Fernreisen – auch mit Diabetes möglich?

Sandstrand

Gut geplant und für den Ernstfall gerüstet steht auch für Menschen mit Diabetes einer Fernreise nichts im Weg.

Strandurlaub in Südafrika, Klettertouren in den Rocky Mountains, Dschungelerlebnisse in Indien – eine exotische Fernreise muss für Diabetes-Patienten kein Traum bleiben. Besprechen Sie Ihre Pläne jedoch frühzeitig mit Ihrem Arzt.

Zu extrem sollte das Klima am Urlaubsort nicht sein. In Tropen oder Wüste zum Beispiel verschlechtert sich häufig die Glukosetoleranz. Das bedeutet, es kommt nach dem Essen zu einem starken Blutzuckeranstieg. In extremer Kälte oder Höhe entgleist der Stoffwechsel leichter als zu Hause. Hier drohen Unterzuckerung und vollständiger Insulinmangel. Besser eignet sich deshalb gemäßigtes Klima.

Ihre Medikamente sollten Sie im Urlaub besonders gut schützen: Insulin kann in der Hitze seine Wirksamkeit verlieren, bei Glukagon verringert sich die Haltbarkeit. Lagern Sie die Präparate nicht bei mehr als 40 Grad – eine Kühlpackung ist hier hilfreich. Sie sollten aber auch nicht gefroren werden. Teststreifen reagieren mitunter empfindlich auf Sonnenstrahlen. Blutzuckermessgeräte schalten bei zu hohen Temperaturen oft einfach ab, warnen Experten im Handbuch „Reisen mit Vorerkrankungen“ (CRM, Stuttgart. 2007). Fragen Sie Ihren Arzt frühzeitig nach einem internationalen Diabetiker-Ausweis und einer Zollbescheinigung für Spritzen und Kanülen.

Nehmen Sie Medikamente und Teststreifen in zwei- bis dreifacher Menge des voraussichtlichen Bedarfs mit und halten immer auch einige Stücke Traubenzucker parat, um gegen belastungsbedingte Unterzuckerung gefeit zu sein. Insulinpflichtige Diabetiker müssen bei Langstreckenflügen die Zeitverschiebung bedenken: Geht es Richtung Westen, ist der Tag – also auch der Medikamentenbedarf zur Blutzuckersenkung – länger. Bei Flügen in den Osten ist er entsprechend kürzer. Wer beispielsweise sechs Zeitzonen gen Osten überfliegt, kann die Insulinmenge um sechs 24stel (= ein Viertel) reduzieren.  

Spezielle medizinische Vorsorge gilt für die Reisevorbereitung: Schutz vor einer Hepatitis-B-Infektion empfiehlt sich, falls man sich im Gastland behandeln lassen muss. Hilfreich ist eventuell auch eine Impfung gegen Reisedurchfall; dazu Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken. Vorsicht: Reagiert der Körper mit Fieber auf die Impfung, kann der Stoffwechsel entgleisen! Eine eventuelle Vorbeugung von Malaria sollte Ihr Arzt genau prüfen. Denn die häufig dafür verordneten Tetracycline können die Wirkung von Insulin verstärken. Besprechen Sie mögliche Wechselwirkungen von Medikamenten unbedingt vor Reisebeginn mit Ihrem Arzt.

Sie wollen sicher gehen, dass Sie auch alles eingepackt haben, was Sie für Ihren Urlaub brauchen? Lesen Sie sich Reise-Checkliste von diabetesDE und laden Sie sich den Vordruck für eine Bescheinigung zum Mitführen von Spritzen und Insulin auf Flugreisen herunter.