Diabetische Nephropathie

Nieren Grafik

Die diabetische Nephropathie ist heute die häufigste Ursache für chronisches Nierenversagen. Sie ist nach Amputationen die zweithäufigste Diabetes-Komplikation, die etwa 40 bis 50 Prozent aller Patienten mit Typ-1- oder Typ-2 im Verlauf Ihrer Erkrankung entwickeln. Im fortgeschrittenen Stadium führt sie ohne Nierenersatztherapie zum Tod. Das Risiko ist bei beiden Krankheitsgruppen – Typ-1- wie Typ-2-Diabetes – gleich.

Hintergrund

Aufgabe der Nieren ist es, unser Blut zu filtern. Bei einem diabetischen Nierenleiden kommt es durch hohen Zuckergehalt im Blut und hohen Blutdruck zu einer Schädigung der kleinsten Blutgefäße in den Nieren. Die „Klärleistung” der Niere nimmt ab, Blutdruck und Blutfette steigen an. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen nehmen Menschen mit Diabetes häufig nicht in Anspruch, da Nierenerkrankungen zunächst unbemerkt verlaufen. Schon heute geben Gesundheitssysteme in Europa rund zehn Milliarden Euro jährlich für die Behandlung von Nierenleiden aus.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Diabetiker

  • wissen, das die Blutzuckerwerte mit der Nierenfunktion zusammenhängen
  • Konsequent die Vorbeugemaßnahmen zum Schutz der Nierenfunktion anwenden

Anzeichen für ein diabetisches Nierenleiden

Die ersten Schäden zeigen sich darin, dass die Nieren nicht mehr richtig filtern und Eiweiß im Urin auftritt. Bereits viele Jahre bevor schwere Schäden sichtbar werden, weisen geringe Mengen von Albumin – einem speziellen Eiweiß – im Urin auf das kommende Risiko hin. Um es frühzeitig zu erkennen, sollten Diabetiker mindestens einmal im Jahr ihren Urin auf seinen Albumingehalt hin untersuchen. Teststreifen gibt es in der Apotheke. Der Test ist zu Hause einfach durchzuführen. Der Diabetiker sollte die Ergebnisse jedoch immer auch mit dem Arzt besprechen. Denn vorübergehend ist der Albumingehalt auch bei körperlicher Anstrengung oder Fieber erhöht. Eine diabetische Nierenschädigung liegt mit großer Wahrscheinlichkeit vor, wenn in zwei Proben in zwei- bis vierwöchigem Abstand eine Albuminmenge von mehr als 20 Milligramm pro Liter nachgewiesen wird.

Weitere Anzeichen sind dann eine noch größere Menge an Albuminen im Urin (sog. Makroalbumine) und darauffolgend Wassereinlagerungen (Ödeme) sowie ein erhöhter Kreatininwert im Blut.