Deutsche Rezepte gelten nicht im Ausland

Rezept

Ich habe einige Fragen zu meinem bevorstehenden Auslandsaufenthalt. Lassen sich Rezepte auf Vorrat in den Urlaub mitnehmen? Hat der Arzt hier einen erhöhten Spielraum und übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die anfallenden Kosten? Falls dies nicht möglich ist: Wäre es für mich als Diabetiker in diesem Fall eine Alternative, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die dann eine Bezahlung der teuren Medikamente übernimmt? Und was wäre im Fall eines noch viel teureren stationären Aufenthalts?
Jochen S., Weinheim

Oliver Ebert: Die Mitnahme von Rezepten bringt Ihnen nichts – die ausländischen Apotheken werden die hierzulande ausgestellten Rezepte nämlich nicht akzeptieren, da sie diese nicht abrechnen können.

Auch eine spätere Erstattung der entstandenen Kosten durch die im Ausland erworbenen Medikamente wird problematisch sein: Die gesetzlichen Krankenkassen haben dem Versicherten die Leistungen als Sachleistung zur Verfügung zu stellen; wenn überhaupt, dann wird nur der Betrag erstattet, den die Kassen in Deutschland an die Apotheken zu bezahlen hätten. Und dies auch nur für die Präparate, die in Deutschland zugelassen sind.

Ich empfehle Ihnen allerdings auf jeden Fall den Abschluss einer Reisekrankenversicherung, die im Notfall eintritt und auch die stationären Kosten sowie gegebenenfalls einen Rücktransport übernimmt. Eine solche Auslandskrankenversicherung kommt aber nur für die Notfallbehandlung sowie für die hierfür erforderlichen Medikamente auf. Insulin zählt nur im Notfall dazu – beispielsweise wenn es vergessen wird oder beschädigt wird.

Bei einem längeren Auslandsaufenthalt, der über den Zeitraum einer Urlaubsreise hinausgeht (mehr als 6 Wochen), muss in jedem Fall im Fremdland eine dortige Krankenversicherung abgeschlossen werden.

Quelle: Soziales/Recht: Diabetes-Journal, Copyright Kirchheim-Verlag, Text: Oliver Ebert; Bildquelle: Thieme Verlagsgruppe