Diabetes in Zahlen

Zahlen 1,2,3,4

Deutschland

  • In Deutschland gibt es aktuell mehr als 6 Millionen Menschen mit Diabetes. Dies ist eine Steigerung um 38 Prozent seit 1998. Altersbereinigt beträgt die Steigerung immer noch 24 Prozent.
  • Jeden Tag gibt es fast 1.000 Neuerkrankungen.
  • Dunkelziffer: Von diesen 6 Millionen weiß jeder Fünfte (=1,3 Millionen) noch nicht von seiner Erkrankung. 
  • Mehr als 90 Prozent der Betroffenen leiden an Typ-2-Diabetes.
  • 300.000 Menschen in Deutschland haben Diabetes Typ 1. Davon sind mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren.

Therapie

  • Rund 50 Prozent der Typ-2-Diabetiker könnten ohne Medikamente gut behandelt werden, d.h. mit Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme, spezieller Schulung und Bewegung.
  • Knapp die Hälfte der Typ-2-Diabetiker erhalten blutzuckersenkende Tabletten.
  • Mehr als 1,5 Millionen Typ-2-Diabetiker werden mit Insulin behandelt, sei es als kombinierte Therapie mit Tabletten, konventionelle Zweispritzentherapie oder intensivierte Insulintherapie ähnlich wie Typ-1-Diabetiker.
  • Typ-1-Diabetiker müssen immer und lebenslang Insulin zuführen. Meist erfolgt diese Insulingabe in Form einer Intensivierten Insulintherapie.
  • Von den etwa 300.000 Typ-1-Diabetikern wurden bisher über 40.000 in der Insulinpumpentherapie unterwiesen.

Kinder und Jugendliche

  • Mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche im Alter unter 19 Jahren haben Diabetes Typ 1.
  • Bis zum Jahr 2020 wird insbesondere eine Verdopplung der Diabetesinzidenz bei Kindern im Alter unter fünf Jahren vorhergesagt.
  • Etwa 10.000 Kinder werden mit einer Insulinpumpe behandelt.
  • Die Zahl der Typ-2-Diabetes-Neuerkrankungen bei Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren verfünffacht. Das entspricht etwa 200 Neuerkrankungen jährlich. Dabei handelt es sich fast ausnahmslos um sehr stark übergewichtige Personen, bei denen bereits die Eltern und Großeltern an einem Typ-2-Diabetes leiden.
  • Übergewichtige und adipöse Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien sind stärker von Typ-2-Diabetes betroffen als Kinder deutscher Abstammung.

Ursachen

  • Familiäre Veranlagung, zu wenig Bewegung und Übergewicht sind die wichtigsten Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes.
  • Übergewicht fördert Diabetes Typ 2. Zwei Drittel der Männer (67 %) und mehr als die Hälfte der Frauen (53 %) haben ein zu hohes Körpergewicht. Knapp ein Viertel (23 % bzw. 24 %) ist schwer übergewichtig (adipös); die Tendenz ist steigend.

Begleit- und Folgeerkrankungen

  • Diabetes-assoziierte Begleit- und Folgeerkrankungen vermindern die Lebensqualität und die Lebenserwartung.
  • Jede Stunde sterben drei Menschen an Diabetes.
  • Es gibt jedes Jahr 40.000 Amputationen durch Diabetes.
  • Jedes Jahr erblinden 2.000 Menschen neu durch Diabetes.
  • 30 bis 40 Prozent der Menschen mit Diabetes haben Nierenschäden. Es gibt jedes Jahr mehr als 2.000 Patienten pro Jahr, die durch Diabetes neu dialysepflichtig werden (Nierenersatztherapie).
  • Diabetes erhöht das Schlaganfall-Risiko um das Doppelte bis Dreifache.

Versorgung

  • Ein Hausarzt betreut circa 100 Patienten mit Diabetes (bei ca. 60.000 Hausärzten deutschlandweit).
  • Diabetes Typ 2 wird im Schnitt acht bis zehn Jahre zu spät diagnostiziert.
  • Zwei bis fünf Menschen mit Diabetes Typ 1 befinden sich pro Hausarzt in Betreuung – die meisten werden von Diabetologen in Schwerpunktpraxen und Krankenhausambulanzen betreut.
  • Es gibt etwa 4.000 Diabetologen DDG (Stand Sommer 2015), mehr als 3.500 Diabetesberater/-innen DDG und mehr als 7.500 Diabetesassistentinnen DDG.
  • Es gibt ca. 1.100 Diabetesschwerpunktpraxen (SSP) – Zehn bis 20 Prozent der  Diabetiker bedürfen permanenter oder vorübergehender Versorgung in einer SSP oder Krankenhausambulanz.
  • Hinsichtlich der Diabetikerversorgung bestehen erhebliche regionale Unterschiede.
  • Die direkten Kosten durch Diabeteserkrankungen steigen deutlich an, obwohl sich die Kosten pro Patient verringern:
    • Die direkten Kosten, die durch die Diabetes-Erkrankung und die Folgekrankheiten entstehen, betragen 48 Mrd. Euro / Jahr (2009). Inflationsbereinigt sind die Kosten seit 2000 um 24 Prozent gestiegen.
    • Davon sind 21 Mrd. Euro / Jahr direkte Diabetes-Zusatzkosten. Diese Kosten sind seit 2000 inflationsbereinigt um 28 Prozent gestiegen.
    • Behandlungskosten des Diabetes pro Patient sind rückläufig. Seit 2000 sind sie inflationsbereinigt um drei Prozent gesunken. Die zusätzlichen direkten Kosten, die durch eine Diabeteserkrankung entstehen, sind im Mittel sogar inflationsbereinigt um sechs Prozent gesunken.

Europa und die Welt

  • Die Häufigkeit an Diabetes-Erkrankungen nimmt weltweit zu.