Mutter werden trotz Diabetes

Familie mit Kind beim Kochen

Durch eine gute Blutzuckereinstellung während der Schwangerschaft lassen sich die Risiken für Mutter und Kind auf ein Minimum reduzieren. Ein gesundes Kind zur Welt zu bringen – das ist heute für Diabetikerinnen kein Wunschtraum mehr. Dank moderner Behandlungsmöglichkeiten stehen die Chancen für eine komplikationslose Schwangerschaft und eine normale Geburt gut. Voraussetzung ist, dass ein erfahrenes Team aus Diabetologen, Gynäkologen und Geburtshelfern die werdende Mutter betreut.

Wenn Sie sich als Diabetikerin ein Kind wünschen, sollten Sie sich gut auf die Schwangerschaft vorbereiten. Denn gerade in den ersten Schwangerschafts-wochen ist das Risiko für Fehlbildungen und Fehlgeburten für Diabetikerinnen, deren Stoffwechsel nicht optimal eingestellt ist, vergleichsweise hoch. Sprechen Sie mit Ihrem Diabetologen über Ihre Pläne. Überlegen Sie zusammen mit Ihrem Arzt, ob für Sie eine Insulinpumpe in Frage kommt.

Lassen Sie sich auch in der Schwangerschaft lieber einmal mehr untersuchen. Denn Diabetikerinnen gelten nach wie vor als „Risikoschwangere“.

Die Risiken

Hauptprobleme von Schwangerschaften bei Diabetes Typ 1 im Vergleich zu nichtdiabetischen Schwangerschaften sind:

  • Neugeborenen-Sterblichkeit (tot geboren oder innerhalb von 7 Tagen nach der Geburt verstorben): zwei bis vier Prozent
  • Große Fehlbildungen (z.B. Herz, herznahe Gefäße, Neuralrohr): 8,8 Prozent
  • Frühgeburten (Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche): 25 bis 58 Prozent
  • Schwangerschaftsvergiftung (Präeklympsie): elf bis 66 Prozent

Hinzu kommen als mütterliche Risiken eine höhere Zahl an Kaiserschnittentbindungen und ein gesteigertes Risiko für schwere Unterzuckerungen mit der Notwendigkeit von Fremdhilfe - besonders in der ersten Schwangerschaftshälfte. 

Risiken vorbeugen

Diabetikerinnen bedürfen einer besonders intensiven medizinischen Betreuung. Dazu zählen:

  • Regelmäßige Messungen des Hba1c-Wertes, Urin- und Blutdruckkontrollen
  • wiederholte Untersuchung des Augenhintergrundes
  • Das A und O: eine engmaschige Blutzuckerkontrolle im gesamten Verlauf der Schwangerschaft

Beachten Sie dabei:

Typischerweise ist der Blutzucker im ersten Schwangerschaftsdrittel starken Schwankungen ausgesetzt. Später dann stabilisiert sich zwar der Zuckerwert. Weil die Schwangerschaftshormone die Insulinempfindlichkeit des Körpers herabsetzen, steigt der Insulinbedarf bis kurz vor der Geburt jedoch stark an.

Wählen Sie für die Geburt möglichst eine Klinik, in der Ärzte und Hebammen Erfahrung mit Diabetes haben. Dort können Sie sicher sein, dass Sie und Ihr Kind während und nach der Entbindung gut versorgt sind. Und: Seien Sie nicht enttäuscht, wenn die Ärzte statt zu einer spontanen Entbindung zu einer Geburtseinleitung oder einem Kaiserschnitt raten. Manchmal ist das für das Wohl von Mutter und Kind notwendig. Und das ist schließlich wichtiger als alles andere.

Quelle: Diabetes Gesundheitsbericht 2018