Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Am 13. Juli 2017 findet unsere Experten-Sprechstunde mit Prof. Dr. Stephan Jacob zum Thema "Bluthochdruck vorbeugen und behandeln" statt. Er beantwortet Ihre Fragen live zwischen 17 und 19 Uhr.

Prof. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen
Prof. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen

Prof. Dr. med. Stephan Jacob

Brombeerweg 6
78048 Villingen-Schwenningen
Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Karina B. fragt: 

Hallo,

erst einmal zu meiner Person: Habe seit 5 Jahren Diabetes Typ 1 diagnostiziert, bin 23 jahre als und gut eingestellt (laut meinem Diabetologen). Bei den Routine Untersuchungen wurde mir immer der Blutdruck gemessen: Ergebnis war immer dass er leicht erhöht war. Die Sprechstundenhilfe meinte, das es vielleicht wegen der Aufregung sei etc... (Weisskitteleffekt) Ich hatte aber dann mit dem Arzt gesprochen und er verodnete mir ein 24 Stunden Messgerät. Jedes Mal wenn das Teil sich aufpumpte bekam ich sofort Herzrasen und ein Unwohlsein im Magen und die Werte sahen dementsprechend schlecht aus. Gegen Abend wurde es zwar besseer, aber noch nicht wirklich gut. Die Nachtwerte waren seltsamerweise dagegen sehr gut wie mein Diabetologe sagte.

Nun war ich heute wieder bei einem Routine Termin und hatte gleich wieder Herzrasen beim und wieder so einen sehr hohen Wert (160/80). Der Diabetologe verordnete mir jetzt eine Therapie mit Beta Blockern und riet mir zu mehr Sport. Ich werde es mit Sport probieren, aber ich befürchte, dass meine Angst vor den Messungen davon nicht weggeht und ich weiterhin schlechte Werte haben werde.

Nun meine Frage: Soll ich tatsächlich die Beta Blocker nehmen? Ich finde es halt komisch, dass ich immer beim messen diese Werte habe (ich verkrampfe mich immer sehr und habe den Eindruck, dass ich vor Angst vor zu hohen Werten schon schlechte Werte bekomme. Vom Gefühlt her bin ich mir schon ziemlich sicher, dass mein Blutdruck über den Tag normal und nur durch das Adrenalin beim Messen kurzzeitig erhöht wird. Wozu können Sie mir raten? Wie findet man heraus, dass man einen erhöhten Blutdruck hat - ohne Messen?!

Viele Grüße Karina

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Liebe Karina,

ich kann ein Teil Ihrer Sorgen verstehen. Es gibt Leute, die letztendlich besonders empfindlich mit den Blutdruck reagieren und gerade in Stresssituationen erheblich erhöhte Werte aufweisen.
Haben Sie schon einmal selbst mit einem Blutdruckmessgerät zuhause die selbst Kontrolle durchgeführt, denn häufig werden da, in der etwas vertraute und Stressfreier Umgebung normalere Blutdruckwerte gemessen.
Das wäre der erste Rat, den ich Ihnen geben würde.


Zweitens ist ein Betablocker gerade bei stressbedingtem Bluthochdruck nicht schlecht, aber letztendlich sollten wir vielleicht erstmal die Selbstmessungen wie oben beschrieben durchführen. Leider geht es nicht, ohne dass der Blutdruck selbst gemessen wird.
Wir können den Blutdruck leider nicht sonst spüren… das ist ja gerade auch das Problem bei ganz vielen Patienten, weil sie jahrelang erhöhten Blutdruck haben, wies er auf Kopfschmerzen und Migräne zurückführen und nie den Blutdruck gemessen hatten…

Es könnte bei Ihnen aber auch noch mal gut sein, weitere Informationen zu kriegen zum Beispiel zu klären, ob es in der Familie Hinweise für eine arterielle Hypertonie gibt, wie bei Ihnen die Nierenwerte sind  und ob bei ihnen eine Mikroalbuminurie (d.h. kleinster Mengen von Eiweiß im Urin) besteht.
Eine weitere Möglichkeit, den Blutdruck nochmal genauer abzuklären, wäre, ein Belastungs EKG durchzuführen, dabei wird der Blutdruck gemessen und dann kann gesehen werden, ob der Blutdruck unter der Belastung noch weiter ansteigt oder Oper einfach dann stabil bleibt, was auch für die Aufregung Theorie spricht...

Machen Sie sich nicht verrückt, aber bleiben Sie dran, denn wenn sie hier unter Stress (= Blutdruck messen) erhöhten Blutdruck haben, dann haben Sie das auch beim Stress in Alltags-Situationen…und Menschen die eine stressbedingte Blutdruckregulation haben entwickeln später auch häufiger einen festen erhöhten Blutdruck.

Herzlichen Gruß
Und viel Erfolg
Ihr SJ

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Sebastian fragt: 

Lieber Herr Prof. Jacob,

Was hat Typ-1-Diabetes mit Hypertonie eigentlich zu tun? Ich habe hier schon einige Male geselen, dass schlechte BZ-Werte zu schlechten Blutdruckwerten beitragen können und im Diabetes Ratgeber stand, dass viele t1 Diabetiker an Hypertonie leiden. Nun interessiert mich, woran das liegt? Herzliche Grüße Sebastian

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Hallo Sebastian!
Menschen mit Typ eins Diabetes haben zunächst einmal nicht unbedingt häufiger Blutdruck wie ihre Altersgenossen, solange sie jung sind.
Erhöhte Blutzuckerwerte bedingen nicht einen erhöhten Blutdruck.

Häufig sind jedoch die schlechten Blutzuckerwerte Ausdruck eines vermehrten Stress… und Stress wiederum erhöht auch den Blutdruck, das würde diese Zusammenhänge erklären.
Es gibt die Beobachtungen, die zeigen, dass im Verlauf der Jahre beim Typ eins Diabetiker so nach 20-30 Jahren Diabetes Dauer-häufig verbunden mit einem beginnenden oder dauerhaften Nierenschäden-die Blutdruckwerte nach oben gehen. Da heißt es dann besonders aufzupassen, denn die erhöhten Blutzucker- und die erhöhten Blutdruckwerte schädigen dann die Niere immer weiter und es kann ein Teufelskreis entstehen…

Ein anderer wichtiger Punkt ist natürlich, dass auch Typ eins Diabetiker im Prinzip wie alle anderen Menschen auch-Übergewicht kriegen können und durch schlechte Lebensgewohnheiten, Fehlernährung, über Ernährung und Übergewicht, Rauchen, fehlende Bewegung und natürlich mangelnder Schlaf und vermehrter Stress auch dadurch hat die Hochdruckneigung massiv fördern… auch deshalb gilt natürlich das ein gesunder Lebensstil in jeglicher Hinsicht für Stoffwechsel, Blutdruck und vor allen Dingen für Herz und Gefäße sinnvoll ist.

Ich würde daher immer empfehlen, dass der Mensch mit Typ eins Diabetes neben der regelmäßigen Blutzuckermessung auch gelegentlich den Blutdruck kontrolliert, insbesondere auch dann, wenn ein Übergewicht besteht und in der Familie die Hochdruck-Krankheit beim ein oder anderen (Opa /Oma /Onkel/Tante oder den Eltern…) bekannt ist
o.k. ?
ich hoffe ich habe etwas helfen können.
Herzlichen Gruss
SJ

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Emil K. fragt: 

Guten Tag,

ich habe Typ 2 und ich würde gerne in eine Diabetes Klinik gehen um richtig eingestellt zu werden, und den Umgang mit Essen zu lernen, abzunehmen, etc. Ich nehme derzeit 3 x Metphormin 1000. Normal sollte mein nüchtern Zucker am Morgen 100 sein. Ich habe seit einem Jahr Werte zwischen 300 - 400.

Zudem habe ich erhöhte Blutdruck-Werte (meist so 150/90).

Jetzt meine Fragen: 1. Ändern sich die Blutdruckwerte automatisch, wenn ich besser eingestellt bin und die BZ-Werte besser sind? Oder muss der Blutdruck gesondert behandelt werden? 2. Welche Vorraussetzungen brauche ich für eine Klinik Einweisung - reichen diese schlechten Werte schon aus? 2. Bezahlt das die Krankenkasse? 3. Mit welchen Zuzahlungen muss ich rechnen? (bin aktuell beim Jobcenter) 4. Können Sie Diabetes Kliniken Empfehlen? (wohne bei München)

Vielen Dank und beste Grüße Emil

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Lieber Herr K.,

das klingt sehr nach einem doch größeren Problem, bei dem Sie unbedingt professionelle Hilfe erhalten sollten.
Ich sehe bei Ihnen mehrere Probleme, die wir aber auch bei ganz vielen anderen Menschen mit Diabetes haben:
Einerseits ist der Blutdruck erheblich erhöht und sollte dringend verbessert werden, und da hilft natürlich als Allerbestes zunächst einmal ein besserer Lebensstil, der natürlich auch erst einmal durch die Beratung und vielleicht auch eine Ernährungs Analyse optimiert werden sollte.
Wir alle wissen, dass gerade Übergewicht, Fehlernährung und Inaktivität nicht nur Risikofaktoren für eine schlechte Blutzuckereinstellung, sondern auch die wichtigsten Risikofaktoren sind für die Entwicklung eines hohen Blutdrucks sind.
Anders herum zeigen viele Untersuchungen, dass Menschen, die abnehmen nicht nur bessere Blutzuckerwerte, sondern auch, wen wundert es, bessere Blutdruckwerte haben. J
Also daher lohnt es sich, da dran zu bleiben.

Zunächst einmal empfehle ich Ihnen dringend, eine vernünftige Diabetesschulung mitzumachen, da gibt es in München jede Menge Zentren, sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Hausarzt oder mit der Krankenkasse, denn solche Schulungen werden meist auch ambulant gemacht. Wegen eines Diabetes zur Schulung werden heute keine stationären Maßnahmen oder Kuren von den Kassen bewilligt.

Manchmal haben die Krankenkassen ihre eigenen Schulungen, daher der Rat, mit Ihrem Hausarzt zunächst und gegebenenfalls mit der Krankenkasse wegen der Schulung zu sprechen.
Durch eine bessere Blutzuckereinstellung wird kurzfristig der Blutdruck nicht besser, ist bei ihnen der Blutdruck dauerhaft erhöht, sollte gerade bei Typ zwei Diabetes der Blutdruck auch sehr gut eingestellt werden, d.h. mit Werten in einem Korridor zwischen 130 und 140 mm HG (der obere Wert) und unter 90 mm HG der untere Wert; reichen die Lebensstilmaßnahmen nicht aus, geben wir heute Medikamente, die gezeigt haben dass sie nicht nur den Blutdruck sondern auch Herz und Gefäße verbessern, manchmal ist bei Diabetikern eine Therapie mit mehreren Blutdruckmedikamenten notwendig, die Fachgesellschaften empfehlen, dass ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker auf jeden Fall dabei sein sollten.

Für die Blutzuckereinstellung gibt es neuerdings Medikamente, die zum Beispiel nicht nur helfen ,den Blutzucker besser zu kontrollieren, sondern auch sogar helfen, etwas abzunehmen und den Blutdruck zu senken. Diese neueren Medikamente haben auch gezeigt, dass sie bei Menschen, die einen Herzinfarkt hatten oder sonst schon Herzkreislauf krank waren, die Komplikationen deutlich verbessern.
Ich will sie dringend ermuntern, dran zu bleiben, denn unbehandelt sind hoher Blutdruck und erhöhter Blutzucker vor allen Dingen auch auf die Dauer sehr gefährlich. Bitte denken Sie auch daran, dass Menschen mit Diabetes sehr häufig eine Fettstoffwechselstörungen haben, via natürlich auch behandelt gehört.
Aber das weiß Ihr Hausarzt oder Ihr Diabetologe :-)

Bitte informieren Sie sich bezüglich der Kliniken bei Ihrem Hausarzt/Diabetologen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat zudem zertifizierte Kliniken auf ihrer Homepage zur Orientierung angegeben.
Ihnen alles Gute und viel Erfolg

Mit herzlichen Gruß aus dem Schwarzwald
Ihr SJ

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Rhabea fragt: 

Sehr geehrter Herr Prof. Jacob,

ich habe 15 kg in etwa 4 Monaten abgenommen um meinen BZ-Wert und auch den Bluthochdruck unter Kontrolle zu bekommen. Der Blutdruck ist jetzt besser (statt vorher 14/90 habe ich jetzt meist 120/70).

Mein Hba1C Wert lag aber bei 6,9 und jetzt liegt er nach erfolgreichem Gewichtsverlust, guter Ernährung (ohne Süsses) bei 7,2!!!

Das motiviert mich gerade gar nicht. Woran liegt desnn das jetzt?

Viele Grüße Rhabea

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Sehr geehrte Rhabea,
erst einmal herzlichen Glückwunsch das ist der sensationell, was Sie da geschafft haben.
Nun darf ich Sie beruhigen, dieser kleine Unterschied im HbA1C sollte sie nicht frustrieren... das könnte alleine im kleinen Messfehlerbereich liegen, daher machen sie sich nicht verrückt.

Bleiben Sie realistisch, das zeigt leider auch unsere tägliche klinische Erfahrung:
Es wird für sie jetzt in der nächsten Wochen ganz wichtig werden, dass sie sich nicht auf eine weitere aggressive Gewichtsreduktion konzentrieren, denn ihr Körper wird jetzt anfangen dagegen zu regeln. Wenn Sie es schaffen ihr Gewicht jetzt einmal zu halten, wird es ehrlich gesagt, schwer genug.
Dabei helfen sicher, wenn sie sich Ballaststoff reich ernähren und viel Gemüse und Salat essen, Obst ist hier leider auch wenn es noch so gut schmeckt, gerade bezüglich der Blutzuckereinstellung nicht ganz so optimal… vielleicht hat das auch einen kleinen Anteil dabei, dass der HW 1C angestiegen ist.
Denken Sie daran, dass sie ihren Körper auch Zeiten für Fett-Verbrennung die lassen, d.h. keine Zwischenmahlzeiten, wenn die verhindern, dass der Körper…

Ansonsten hoffe ich, dass es ihnen gelingt, weiter am Ball zu bleiben und idealerweise zunächst einmal das Gewicht zu halten. Wenn der HbA1c dennoch nach oben geht, keine Seife auch daran liegen, dass ihre Stoffwechselregulation vielleicht doch medikamentöse Unterstützung braucht, das sehen wir ja bei vielen Patienten. Wir haben aber da gute Medikamente in der neueren Zeit dazu gekriegt, die ihnen auch helfen, ihren gesunden Lebensstil und ihre Bemühungen weiterhin gefahrlos zu praktizieren, denn mit den alten Medikamenten haben wir oft Unter-Zuckerungen gesehen, wenn man zum Beispiel sich vermehrt bewegt hat.. Das weiß aber ihr Arzt und er wird Ihnen da sicher wenn nötig das richtige verordnen.
 
Ihnen alles Gute und herzlichen Gruß aus dem Schwarzwald

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Manuela fragt: 

Ich melde mich heute bei Ihnen wegen meines Vaters. Er ist 66 Jahre alt, Übergewichtig und hat seit 2 Jahren Diabetes Typ 2. Letztes Jahr hatte er einen Schlaganfall und danach Krankenhaus und Kur. Sein Allgemeinzustand war danach merklich besser.

Er leidet aber auch an Bluthochdruck, das stets mit Medikamenten in Schach gehalten wird. Ich habe aber den Eindruck, dass ihm die vielen Medikamente zusammen schaden. Er baut geistig gerade stark ab.

Haben Bluthochdruckmedikamente diese Nebenwirkung? Bzw. kann eine Kombi der Medikamente das begünstigen? Er nimmt Metformin 500 2x täglich Catapresan 150 1x täglich. Gibt es eine Möglichkeit, den Bluthochdruck anders unter Kontrolle zu bekommen? Er ist leider sehr unbeweglich durch sein Übergewicht aber ich dachte jetzt an bestimmte Ernährung, vielleicht auch an pflanzliche Medikamente?

MfG Manuela

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Liebe Manuela,
ich kann Ihre Sorge verstehen, wir haben das sehr häufig, dass Menschen mit diese Diabetes auch parallel einen Hochdruck haben. Die Forschung zeigt sogar, dass die meisten Leute zu erst den Hochdruck hatten und dann den Diabetes diagnostiziert bekamen, es gibt hier auch gemeinsame Risikofaktoren…
ich darf Sie beruhigen, denn alle wissenschaftlichen Studien zeigen, dass gerade die Blutdruckbehandlung eine ganz wesentliche Maßnahme ist, um geistigen Abbau zu verhindern, gerade auch bei Diabetes.
Ein besonders großes Problem ist, dass Diabetiker, weil sie mehr Arteriosklerose -also mehr verkalkte Gefäße haben, , häufiger auch Durchblutungsstörung im Gehirn haben, die nicht notwendigerweise zu einem Schlaganfall führen, aber viele kleine Durchblutungsstörungen, die dann -im Verlauf der Jahre - zum Beispiel wie eine Alzheimererkrankung aussehen…
ich empfehle daher dringend, dass der Blutdruck gut eingestellt wird, vielleicht gibt es aber auch Medikamente, die ihrem Vater besser tun, das Catapresan ist ein gutes -aber ein altes Medikament, was durchaus auch die Leistungsfähigkeit einschränken kann. Hier wären zum Beispiel Medikamente wie ACE-Hemmer oder Sartana auf jeden Fall zu empfehlen.

Nun ist die Frage bezüglich der Bewegung, ob ihr Vater durch den Schlaganfall zum Beispiel auch eine Lähmung hat, wenn er das bedauerlicherweise hat, dann sollte dennoch durch gute Physiotherapie die körperliche Aktivität, zum Beispiel durch ein besonderes Trainingsprogramm, steigert werden, weil dadurch nicht nur der Blutzucker und Blutdruck sondern auch die Gehirndurchblutung verbessert wird. Bestehen keine neurologischen Defizite, dann kann er natürlich mit geringen Belastungen, wie zum Beispiel etwas spazieren gehen beginnen, die er zunehmend steigern kann.
Ich würde dringend auch noch anraten, die Blutfette zu kontrollieren, denn die sind oft bei Menschen mit Schlaganfall Diabetes auch erhöht, und sollten entsprechend behandelt werden.
Weiterhin haben Menschen, die einen Diabetes und einen Schlaganfall hatten, oft auch noch eine vermehrte Gewinnung und sollten daher Aspirin oder Ähnliches erhalten. Das empfehle ich Ihnen auch, mit dem Hausarzt zu besprechen.
Ich darf Sie beruhigen, die Kombination von Diabetes und Hochdruck ist so häufig, die Notwendigkeit einer entsprechenden leider auch aus vielen Tabletten bestehenden zusätzlichen Medikamententherapie ist nicht nur sicher, sondern auch sehr erfolgreich, wie viele Studien gezeigt haben.

Daher würde ich Ihnen folgendes vor schlagen: Natürlich eine ausgewogene und gesunde Ernährung, hier am besten auch ballaststoffreiche Kost, salzarm, wenig isolierte Kohlenhydrate (= reiner Zucker), wenige Mahlzeiten, um den Körper zu ermöglichen, Fett abzubauen. Er hat ja keine Medikamente die Unterzuckerungen machen und braucht daher keine Zwischenmahlzeiten. Weiterhin jede zusätzliche körperliche Aktivität ist extrem wertvoll.

Bei Übergewicht Diabetes und Schlaganfall bitte auch nochmal abklären lassen, ob eine Schlafapnoe  vor liegt (heftiges schnarchen mit Atempausen), denn diese sind auch Risikofaktoren für geistigen Abbau…
aber auch gegebenenfalls abklären lassen ob Herz Rhythmus Störungen da sind, die können nämlich auch beim Diabetiker häufiger vorkommen und geistigen Abbau begünstigen (durch Embolien)
und dann schließlich auch eine nachgewiesene medikamentöse Therapie, vor allem gute Blutdruckbehandlung und wenn nötig Feststoffwechselkontrolle sowie eine gute Blutzuckereinstellung, die sicher ist und ohne Unterzuckerungen einhergeht.
Leider muss ich sagen, gibt es für pflanzliche Produkte keine überzeugenden Daten zur Verbesserung von Blutdruck und der geistigen Leistungsfähigkeit (mit Ausnahme von Ginkgo, letzteres senkt aber nicht den Blutdruck und den Blutzucker…)
ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas helfen, viel Erfolg und gute Besserung für ihren Vater.

MfG

SJ

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

katja S. fragt: 

Lieber Herr Professor Jacob,

eine mal andere Frage: ich neige zu niedrigem Blutdruck. habe Hashimoto und Diabetes Typ 1. kann das auch schädlich für die BZ-Werte sein etc.? man hört ja immer nur von der Schädlichkeit eines zu HOHEN Blutdrucks. Habe immer so zwischen 100/60 und 110/70.

Viele Grüße Katja

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Liebe Frau Siller,

ein tiefer Blutdruck ist letztendlich sehr gut für die Gefäße, auch wenn man sich manchmal schlapp fühlt. Gefährlich ist es nur wenn die Blutdruckwerte stark plötzlich abfallen, weil es dadurch natürlich zu Ohnmachtanfällen kommen kann. Wir sagen ja salopp der Mensch mit niedrigem Blutdruck lebt auf jeden Fall länger, hat aber nicht unbedingt so viel SpaßJ
doch Spaß beiseite
wenn Sie einen Hashimoto haben, der häufiger bei Typ eins Diabetes vorkommt, sollte der auch immer wieder regelmäßig kontrolliert werden. Denn, auch wenn die Schilddrüsenfunktions-Störung wirklich nicht schlimm ist, kann es im Verlauf dazu kommen, dass die Schilddrüsen Hormone entsprechend in der Dosis angepasst werden müssen.
Eine Schilddrüsen Unterfunktion kann in der Tat die Blutzucker Einstellung erschweren, weil der Blut Zucker nicht mehr so gut für Stoffwechsel wird und führt auch zu Gewichtszunahme et cetera.
So  hoffe ich Ihnen geholfen zu haben.

Professor Dr. med. Stephan Jacob
 

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Kordula fragt: 

Guten Abend,

ich nehme seit vielen Jahren Cholestrin-Tabletten und habe große Muskel/Gelenkschmerzen. Es gibt Ärzte die vor solchen Muskelschmerzen bei Einnahme von Cholstrintabletten warnen. Es könnte einen Zusammenhang haben. Ich möchte gerne Ihre Meinung darüber hören. Ausser auf Ernährung auf was müsste man denn noch achten, damit der Cholestrinspiegel besser wird ? Und kann man die Medis einfach absetzen nach so vielen Jahren oder? Mein Arzt meint, hoher Blutdruck sei gefährlicher wie hoher Cholestrinwert?!

Viele Grüße Kordula

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

sehr geehrter Kordula,
nun das ist schade, dass sie die nicht so gut vertragen, denn die Cholesterintabletten, die Statine, sind sicherlich sehr wertvolle Medikamente, die gerade beim Diabetiker helfen, Herzkreislaufkomplikationen zu verringern. Dazu gibt es viele Studien.
Als erstes möchte ich sagen, dass natürlich Muskelbeschwerden bei Statinen vorkommen können, die aber jedoch manchmal nur bei einem bestimmten Statin auftreten, während ein anderes wesentlich besser vertragen wird. Das ist die Erfahrung, die ich auch in der LIPID-Ambulanz gemacht hatte, als ich vor vielen Jahren dort als Oberarzt tätig war. Daher vielleicht mit dem Hausarzt nochmal besprechen, ob man wechselt.

Was die Notwendigkeit einer Cholesterinsenkung bei ihnen angeht sollte mit dem Hausarzt besprochen werden: Nun müsste man bei ihnen erst einmal schauen, wie hoch ihre Cholesterinwerte sind (das LDL ist besonders wichtig). Hatten Sie schon einmal ein Herzkreislaufereignis, zum Beispiel einen Stent erhalten, weil sie Herzbeschwerden hatten oder hatten Sie einmal eine Durchblutungsstörung im Gehirn usw. das wären alles Gründe, die Cholesterinwerte strenger einzustellen.

Hatten Sie bisher noch nichts, sind ihre Cholesterinwerte nicht so besonders hoch, dann müsste man nicht unbedingt so streng mit der Cholesterineinstellung sein.
Allerdings muss ich wirklich sagen, dass gerade beim Diabetes Typ zwei sowohl die Blutdruck als auch die Blutfette Einstellung sehr überzeugende Daten hat was die Verbesserung der Prognose und auch die Reduktion von Herzkreislaufkomplikationen angeht. Wir empfehlen heute über all das zur bestmöglichen Therapie eine gute Blutzucker, eine gute Blutdruck und eine gute Blut Fettkontrolle gehört.
Vielleicht haben Sie ja Erfolg, wenn sie ein anderes Statin nehmen.
Herzlichen Gruss
Ihr SJ

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Birgit fragt: 

Hallo,

bei meinem Mann wurden vor ca. 3 Jahren erhöhte Blutzuckerwerte festgestellt. Die letzte Nüchternmessung beim Arzt hat 180 erbeben. Der mittlere Wert 7,4. Der Arzt hat Metformin verschrieben, aber er nimmt es einfach nicht immer bzw. vergisst es.

Leider achtet er auch nicht auf eine gute Ernährung. Bei 1,83m wiegt er z. Zt. 120 kg. Er ist 49 Jahre alt. Bluthochdruckmedikation besteht seit ca. 20 Jahren. Er war schon immer sehr cholerischer, aufbrausender Charakter. Doch in letzter Zeit häufen sich seine Ausbrüche derart, dass sich die gesamte Familie wundert. Dabei regt ihn die sprichwörtliche Fliege an der Wand auf! Das Familienleben ist dadurch arg belastet.

Meine Fragen: Kann das Verhalten mit der Blutzuckereinstellung/Bluthochdruck zusammenhängen? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder sind die gemessenen Werte nur Peanuts? Verändert Diabetes oder auch ein hoher Bluthochdruck die Persönlichkeit?

Birgit

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Liebe Birgit,

das was Sie beschreiben, sehen wir leider oft in jeglicher Hinsicht: viele Leute haben zuerst erhöhten Blutdruck und dann wird irgendwann der Diabetes entdeckt.
 
Er scheint sich ja sicher auch nicht wohl zu fühlen und wird vielleicht doch mit seinem Schicksal, dass er nun auch noch Diabetes hat, nicht zurecht kommen, das kenne ich aus der Praxis.
Oft steht natürlich auch noch der verborgene Vorwurf, „du hast es ja mit deinem Lebensstil selbst verursacht“ und das schlechte Gewissen des Betroffenen im Hintergrund
und viele wissen leider nicht, wie sie aus diesem blöden Loch herauskommen…
das macht die Stimmung und die Reizbarkeit auch nicht besser…
 
da ist es ganz wichtig,  dass sie gemeinsam darüber sprechen…, welche Erste Schritte und welche Erste realisierbaren Erfolge für ihn im Vordergrund stehen:

  • zum Beispiel erst einmal keine weitere Gewichtszunahme
  • Oder jeden Tag eine Viertelstunde zusätzlich spazieren gehen
  • oder abends nach 20:00 Uhr kein Schnäppchen mehr Umgebung.

All das geht natürlich nur, wenn es nicht als Strafe gesehen wird…

Dann geht es natürlich auch darum, dass er regelmäßig die Medikamente nimmt: das Metformin ist ein sehr gutes Medikament, es hilft sogar auch etwas bei dem Gewichtsmanagement. Ich empfehle Ihnen, das ist so ein kleiner Geheimtipp aus der Praxis dass er das Metformin morgens nimmt und am besten abends spät als Bett-Formin J. Dies wird ihm nämlich helfen, den erhöhten Nüchternblutzucker runter zu kriegen
 
Leider machen auch manche Blutdruckmedikamente, allen voran die Betablocker, eher Diabetes, daher sollte unter anderem auch nochmal geschaut werden, welche Blutdruckmedikamente er hat, wenn andere Medikamente unterstützen den Zuckerstoffwechsel günstig und schützen auch die Nieren. Auch im Falle des Betablocker als wird es schwerer sein, Gewicht abzunehmen, daher könnte man ihren Ehemann hier helfen…
 
Stress bedingt natürlich nicht nur einen erhöhten Blutdruck sondern lässt auch den Blutzucker schlechter werden. Daher ist es natürlich schwer, bei einem ständig gestressten Menschen diese Werte gut einzustellen .
 
Ich denke, dass es sicher ist sinnvoll, auch mit ihm darüber zu sprechen, was für ihn der Diabetes und der hohe Blutdruck bedeuten:

  • … hat er vielleicht Angst
  • hat er vielleicht Sorge um seine Zukunft und Angst vor Komplikationen
  • oder macht er sich auch selbst Vorwürfe
  • (oder fühlt es sich durch die vielen Ratschläge vom Arzt und auch den Angehörigen eher in die Enge getrieben)…

Das ist sehr häufig so, ich kenne das von vielen vielen Patienten
 
Ich denke das sollte alles mal besprochen werden, vielleicht fällt da auch ein Stein vom Herzen, wenn er sich hier ernst genommen und unterstützt fühlt, sprechen Sie gegebenenfalls auch natürlich mit dem Hausarzt bei der sicher da auch nochmal einen anderen Zugang zu ihm haben kann.
 
Ihnen beiden und ihrer Familie wünsche ich alles Gute, auf das es bald besser geht
Herzlichen Gruss

Ihr SJ

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Ilona fragt: 

Lieber Herr Professor Jacob,

ich habe das Problem, dass mein Puls immer mal wieder so rast. Als ich einen hohen BZ-Wert hatte, hatte ich auch einen Puls von 200. kann das zusammenhängen? bin seit 2 jahren typ1 und habe eigentlich immer zu niedrigen blutdruck. die schilddrüse wurde kontrolliert, aber alles in ordnung... ich weiss bald nicht mehr weiter. ein arzt schickt mich zum andren... Können Sie sich das erklären bzw. mir einen Tipp geben?

LG Ilona

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Liebe Ilona,
das, was Sie hier schildern, kommt bei jungen Frauen häufiger vor.
Nun weiß ich nicht, ob sie schon einmal beim Kardiologen waren,..
oder  ob da bei den Herzrasen einmal auch ein EKG geschrieben wurde.
Es gibt tatsächlich manchmal ein nicht erklärbares Herzrasen mit sehr schnellem Puls Puls, der nicht durch Stress oder eine Schilddrüsenfunktions-Störung erklärbar ist.
...wenn auch vom Kardiologen keine Auffälligkeit im EKG gesehen wird und der Herz Ultraschall unauffällig ist, geben wir manchmal ein Medikament, was dieses Herzrasen in der Entstehung vermindert. Oder wenigstens eine Bedarfsmedikation, die sie dann nehmen können, wenn das Herz wieder anfängt zu rasen.
 
Dies müsste aber natürlich über dem Hausarzt bzw. den Kardiologen laufen.
 
Sicher haben Sie schon ein Langzeit EKG gehabt oder gegebenenfalls auch einen Eventrecorder, was man heute machen kann… denn leider haben viele Leute gerade dann, wenn das Langzeit EKG läuft, keine Rhythmusstörungen
und werden dann manchmal als simultan abgetan. Mittlerweile haben wir aber andere technische Möglichkeiten, gerade diese Eventrecorder, die bis zu einer Woche lang getragen werden können.
Besprechen Sie das doch einfach noch einmal mit ihrem Arzt
ich hoffe ich konnte ihnen da etwas helfen

Ihr SJ

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Jens fragt: 

Guten Tag,

ich habe hier und woanders nun oft gelesen dass hohger Blutzucker und Blutdruck zusammen gehen? Ich war beim Arzt und der verschrieb mit was, und meinte es sei nicht so tragisch da es eher der obere Wert sei, der hoch ist (also habe 140/80). Ich fühle mich jedoch sehr komisch und meine Zuckerwerte sind auch nicht so gut. Hat es ein Zusammenhang? Es wird nun noch abgeklärt ob meine Schilddrüsenwerte okay sind. (Nehme Schilddrüssenpräberate L-Thyroxin 75 und schon viele Jahre auch Blutdruckpäperate.

Gruß Jens

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Sehr geehrter Jens,
in der Tat hoher Blutdruck und Typ zwei Diabetes hängen eng zusammen, ich selbst habe jahrelang auch in einer Forschergruppe Hypertonie und Diabetes gearbeitet, und es gibt sehr viele wissenschaftliche Hinweise, dass es da enge Zusammenhänge gibt. Ein wichtiger Punkt ist, dass der schlechte Lebensstil, das Übergewicht vor allen Dingen und die Inaktivität oder auch rauchen und Schlafmangel beides, den hohen Blutdruck und auch den Diabetes fördern…

Andererseits ist es leider so, dass auch manche Blutdruckmedikamente die Entstehung eines Diabetes beschleunigen, so zum Beispiel die Beta-Blocker oder auch, was man eher früher gegeben hat die Diuretika… während andere Tabletten sogar den Diabetes weniger häufig auftreten lassen (ACE-Hemmer und Sartan).
Wenn Sie nun natürlich zum Beispiel durch ein neues Medikament einen zu starken Blutdruckabfall haben und sich unwohl fühlen, dann führt auch dieser Stress zu einer Verschlechterung des Blutzuckers. Daher ist es gerade auch wichtig, den Blutdruck am Anfang nicht zu schnell und zu tief zu senken. Wir empfehlen von den Fachgesellschaften einen Blutdruck zwischen 130 und 140, für den oberen Wert, weil wir wissen, dass bei noch höheren Werten Gefahr für Schlaganfall und Herzinfarkt und andere Schäden ansteigen. Um genau zu sehen, wie sich der Blutdruck verhält, empfehlen wir auch das man den Blutdruck selbst regelmäßig und über den Tag verteilt mehrfach misst (das muss aber nicht jeden Tag sein). Gerade wenn sie sich unwohl fühlen sollten sie auch den Blutdruck messen, manchmal ist er dann entweder zu hoch oder halt auch zu tief und deswegen die Messung für uns Ärzte auch hilfreich bei der Ursachensuche.
Zusammengefasst ja kommt Blutdruck und Diabetes häufig gemeinsam vor, die Medikamente die gegeben werden sollen gut aufeinander abgestimmt werden denn sie helfen letztendlich langfristig die Diabetes Komplikationen zu verringern.
Da besprechen Sie das doch am besten noch einmal mit ihrem Arzt und dann kann das entsprechend aufeinander abgestimmt werden.

Herzlichen Gruss

SJ

PS.: Wichtig ist natürlich: ein Medikament kann natürlich nur seinen Schutz entfalten, wenn es regelmäßig genommen wird… :-)

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Karsten B. fragt: 

Ich habe folgendes Anliegen: Bei der Beantragung eines Behindertenausweises wird der Behinderungsgrad offenbar sehr unterschiedlich festgelegt. Bei Diabetes 2, Bluthochdruck und erheblichen Wirbelsäulenschäden wurden mir vom Versorgungsamt Dortmund jetzt gerade mal 20 Prozent Behinderung zuerkannt. Ich überlege, ob ich Widerspruch gegen den Bescheid einlege. Wie ist Ihre Erfahrung? Habe ich Chancen damit? Zählt Bluthochdruck mit rein?

Grüße Karsten

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Sehr geehrter Herr B.,
während früher der Blutdruck natürlich nicht so einfach zu behandeln war, hat sich in den letzten Jahren durch den Fortschritt auch in der Therapie sehr viel geändert und daher ist die Hypertonie heute für die Beurteilung des Grades der Behinderung keine wesentliche Einschränkung mehr.
Ich schlage ihnen allerdings vor, dass Sie sich noch einmal vom Sozialberater informieren lassen… ob ein Einspruch Sinn macht… es hängt natürlich auch davon ab wie schwer der Blutdruck behandelbar ist, ob Folge-Schäden da sind, daher kann man das so pauschal leider gar nicht beantworten, und es muss im Einzelfall geprüft werden.
Tut mir leid dass ich Ihnen da auch nicht viel mehr Infos geben kann.
 
Ihnen gute Besserung!
Ihr SJ

Betreff: Bluthochdruck vorbeugen und behandeln

Gerda fragt: 

Nach dem spritzen vom Lispro bekomme ich kurze Zeit später dermassen Herzrasen und der Blutdruck fällt erst und steigt dann enorm, z.B. auf 180/120. War gestern beim Hausarzt, der meint, solange es kurzzeitig ist, keine Sorgen machen. Aber auf das Lispro kam ich nicht zu sprechen, habe noch nicht den Zusammenhang erkannt. Kann das sein, dass diese Herz- Kreislaufreaktion damit zu tun hat? Was soll ich jetzt tun??

Viele Grüße Gerda

Prof. Dr. med. Stephan Jacob antwortet: 

Sehr geehrte Gerda,
das ist sehr eigenartig, und das habe ich bisher eigentlich noch nicht gesehen.
Um da genauer dran zu gehen, müsste ich natürlich mehr Informationen haben

  • wie lange spritzen Sie denn schon das Lis pro
  • seit wann haben Sie denn diese Problematik
  • Kommt das regelmäßig vor nach jeder Injektion oder nur gelegentlich
  • haben Sie dabei UnterZucker?
  • Wie lange dauern denn diese Kreislaufreaktionen und durch was können Sie diese vielleicht auch beenden

Eines kann ich auf jeden Fall pauschal sagen, normalerweise macht Lispro keine derartigen Effekte auf den Blutdruck, für mich wäre die einzige Erklärung eine deutliche und zu starker Blutzuckersenkung, die dadurch eine Gegenregulation hervorruft. Das wäre durch eine Blutzuckermessung natürlich leicht zu dokumentieren.
Vielleicht machen Sie das einmal und schauen Sie mal, ob da ein Zusammenhang besteht.
Leider kann ich aus der Ferne und mit den Informationen die ich momentan habe, Ihnen keinen genauen Rat geben und empfehle Ihnen, dies doch noch einmal in Ruhe mit Ihrem Hausarzt zu besprechen.
Viel Erfolg
Ihr SJ