Corona & Schwangerschaftsdiabetes: Wir sind für Ihre Fragen und Sorgen da!

Am 15. April 2020 findet ein Experten-Chat zum Thema "Corona & Schwangerschaftsdiabetes: wir sind für Ihre Fragen und Sorgen da!". Die Ernährungswissenschaftlerin und Diabetesberaterin Elena Lalama beantwortet Ihre Fragen live am Mittwoch zwischen 16:00 und 17:00 Uhr.

Elena Lalama

Regionalbeauftragte der DDH-M sowie Ernährungswissenschaftlerin und Diabetesberaterin

Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Prädiabetes? 2x SS-Diabetes

Jennifer C. fragt: 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte in beiden Schwangerschaften Schwangerschaftsdiabetes - durch entsprechende Ernährung hatte ich es jedoch gut im Griff. Vor drei Jahren war ich zuletzt beim Diabetologen und habe meinen Nüchternwert bestimmen lassen, da man mir nach den Schwangerschaften sagte, dass ich ihn einmal im Jahr testen lassen soll. Es war alles im Rahmen. Aber nicht perfekt. Jedoch kein Diabetes. Vor einem Jahr habe ich ihn selbst zuletzt getestet. Er lag bei 124 und somit erhöht. Der Langzeitzucker ist jedoch gut. Ich weiß, dass ich meinen Blutzucker wieder beim Diabetologen bestimmen lassen muss. Nach der Corona-Krise werde ich ihn aufsuchen. Nun wird im Rahmen der Covid19 Erkrankung immer wieder von „Risiko Diabetes“ gesprochen. Bisher ging ich davon aus, dass es dabei vor allem um die Folgeerkrankungen durch Diabetes ginge. Nun sagte Herr Kekule heute im Podcast, dass „...auch Leute ohne echtes Diabetes - die eine Balance Störung des Blutzuckers haben...“ zur Risikogruppe gehörten. Stimmt das? Zähle ich dazu? Habe ich eine Prädiabetes? Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. Jennifer C.

Elena Lalama antwortet: 

Liebe Frau C.,

zu Ihrer Frage „Prädiabetes und Risikogruppe“: Auf der RKI-Website gibt es eine Liste zu Risikogruppen zu schweren Verläufen der Erkrankung und dort steht nicht Prädiabetes. Allgemein, Menschen mit Diabetes, die eine gute Blutzuckereinstellung und keine Folgeerkrankungen haben, haben laut den bisherigen Informationen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Zu Ihrer Frage "Zähle ich dazu?": Eine Selbstmessung vor einem Jahr ist leider nicht aussagekräftig genug, um Sie in eine Risikogruppe einzuordnen. Wenn Sie keine weiteren Erkrankungen haben, reicht es, wenn Sie sich an die bisher empfohlenen Maßnahmen halten.

Zu Ihrer Frage „Habe ich Prädiabetes?“: Ich weiß es leider nicht, es wäre sinnvoll danach einen oralen Glukose Toleranztest durchzuführen. Nach einem Schwangerschaftsdiabetes entwickeln 35–60 % der Frauen innerhalb von 10 Jahren einen Diabetes. Hier spielen mehre Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel Übergewicht vor der Schwangerschaft, Diabetesfälle in Ihre Familie, unter anderen. Sie haben beide Schwangerschaften über Ernährung gut im Griff gehabt und das ist super.

Halten Sie weiterhin eine gesunde Ernährung und bleiben Sie körperlich aktiv.

Viele Grüße

Elena Lalama

Betreff: höheres Corona Risiko wegen Schwangerschaftsdiabetes

Lena B. fragt: 

Guten Tag, ich bin in der 23. SSW und habe einen insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes. Ist somit mein Risiko, schwerer an Corona zu erkranken, erhöht? Vielen Dank für Ihre Hilfe und Grüße Lena

Elena Lalama antwortet: 

Liebe Frau B.,

für eine Infektion zu Coronavirus sind Schwangere keine besondere Risikogruppe. Studien, in denen Schwangerschaft und Coronavirus untersucht wurde, sind sehr knapp. Studien mit Schwangerschaftsdiabetes und Coronavirus sind mir noch nicht bekannt. Bisher gibt es keine Hinweise für einen schweren Verlauf von Coronavirus bei Schwangeren im Vergleich zu Nicht-Schwangeren. Es ist empfehlenswert, dass Sie sich an die Präventionsmaßnahmen halten, um das Risiko der Übertragung gering zu halten. Außerdem ist eine gute Blutzuckereinstellung sehr wichtig. Dokumentieren Sie Ihre Blutzuckerwerte und Ernährung täglich, um Sie und Ihr Diabetesteam eine optimale Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Viele Grüße

Elena Lalama