Qualitätssiegel für gesundheitsorientierte Bewegungsangebote

Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT Logo

Das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT wurde vom Deutschen Olympischen Sportbund in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer entwickelt und zeichnet gesundheits-
orientierte Bewegungsangebote im Sportverein aus. Es vereint eine Vielzahl von Partnern und Interessen.


Das Siegel ist auf Bundes-, Landes- und Vereinsebene verankert, sowohl im System der Spitzenverbände und Sportverbände mit besonderer Aufgabenstellung als auch flächendeckend in den Landessportbünden. Über gemeinsame, verbindliche Grundsätze verpflichtet sich der organisierte Sport, in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer, die Qualität dieser Vereinsangebote vor Ort über das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT zu sichern.

Die Gesundheitssportangebote des organisierten Sports verfolgen ganzheitliche Ziele und basieren auf einem modernen Verständnis von Gesundheitsförderung (New Public Health). Die Angebote wollen nicht nur Prävention d.h. Erkrankungen oder Störungen im Vorfeld verhindern helfen. Sie konzentrieren sich auch besonders darauf, die Gesundheitskompetenz des einzelnen Nutzers auszubilden und zu stärken, sowohl in physischer, psychischer als auch sozialer Gesundheit.

Seit der Einführung des Qualitätssiegels im Jahr 2000 steigt die Zahl der Zertifizierungen stetig an und ist bereits jetzt mit ca. 18000 Angeboten in über 7000 Vereinen ein flächendeckendes Angebot für die an Gesundheit und Bewegung interessierte Bevölkerung.

Qualitätsmanagement

Die Angebote der Sportvereine können das Siegel erhalten, wenn sie folgende Kriterien erfüllen:

  • zielgruppengerechtes Angebot
  • qualifizierte Leistung
  • einheitliche Organisationsstruktur
  • präventiver Gesundheits-Check
  • begleitendes Qualitätsmanagement
  • aktiver Gesundheitspartner Sportverein

Darüber hinaus orientieren sich die gesundheitsorientierten Angebote alle an den sogenannten Kernzielen im Gesundheitssport. Diese sind:

  • Stärkung von physischen Gesundheitsressourcen
  • Stärkung von psychosozialen Gesundheitsressourcen
  • Verminderung von Risikofaktoren
  • Unterstützung zur Bewältigung von gesundheitlichen Beschwerden
  • Aufbau von Bindung an gesundheitssportliche Aktivität
  • Verbesserung der Bewegungsverhältnisse


Das Siegel unterliegt einem Qualitätsmanagementsystem, an dem Übungsleiter, Vereine und Verbände gleichermaßen beteiligt sind. So wird sichergestellt, dass durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess die hohe Qualität gehalten und weiter optimiert wird. Ein strukturiertes Qualitätsmanagement benötigt fassbare und umsetzbare Vorgaben. Diese Vorgaben konzentrieren sich auf die Bereiche von SPORT PRO GESUNDHEIT, die einen besonders großen Einfluss auf die Gesamtqualität des Siegels ausüben und orientieren sich teilweise am EFQM-Modell. Dazu gehören verschiedenste Maßnahmen wie beispielsweise Qualitätszirkel, Audits und Teilnehmerbefragungen.

Gesundheitspolitische Bedeutung

Angesichts der beschränkten Ressourcen im Gesundheitswesen werden Maßnahmen, die mit relativ einfachen Mitteln den Gesundheitszustand von Menschen als Ganzes verbessern können, künftig an Stellenwert gewinnen. Regelmäßige körperliche Aktivität ist, da sie aufgrund ihrer Wirkmechanismen Krankheiten verhindern bzw. günstig beeinflussen und die Lebensqualität erhöhen kann, für die individuelle und öffentliche Gesundheit von besonderem Interesse. Der organisierte Sport stellt mit den Angeboten des Qualitätssiegels eine flächendeckende Infrastruktur qualitätsgesicherter, sozialverträglicher und zugangsoffener Angebote zur Verfügung. Über den § 20 SGB V ist es den Krankenkassen möglich, die Teilnahme an diesen Angeboten zu bezuschussen.

Weitere Informationen

Endverbraucher, aber ebenso Multiplikatoren wie z.B. Ärzte oder aber auch die Krankenkassen erhalten über die Homepage sportgesundheit.de nicht nur weiterführende Informationen, sondern können über eine Datenbank Angebote in ihrer Nähe abrufen.

Gabi Pfeifer/ Dr. Uta Engels