Tipps für Menschen mit Diabetes im Berufsleben
Millionen Menschen mit Diabetes sind in Deutschland erwerbstätig. Sie gehören auch dazu? Hier finden Sie praktische Tipps für den Berufsalltag mit Diabetes.
Tipp 1: Erkennen Sie Warnsignale.
- Sie müssen schnell zum nächsten Termin? Treffen Sie möglichst keine Therapieentscheidungen unter Zeitdruck. Beachten Sie den mit Ihrem Diabetes-Team vereinbarten Zeitpunkt für die Insulingabe zu den Mahlzeiten. Wenn Sie Ihre Insulindosis an die Kohlenhydratmenge anpassen, denken Sie daran, die Mahlzeit entsprechend einzuschätzen.
- Wenn bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen besteht, kann es sinnvoll sein, vertraute Kolleg*innen über Ihre Erkrankung zu informieren. So weiß im Falle eines Notfalls, zum Beispiel bei einer schweren Unterzuckerung, jemand am Arbeitsplatz, auf welche Symptome zu achten ist, was zu tun ist und wie man Sie unterstützen kann.
- Sie nutzen ein CGM-System? Individuell eingestellte Warnfunktionen können dabei helfen, kritische Glukoseentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Gerade bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten ist es wichtig, das individuelle Risiko und geeignete Maßnahmen mit dem Diabetes-Team und gegebenenfalls arbeitsmedizinisch abzuklären.
- Steht eine körperlich anstrengende Aufgabe bevor, sollten Sie Ihren Glukosewert beziehungsweise den CGM-Trend im Blick behalten. Wie Insulindosis und zusätzliche Kohlenhydrate angepasst werden sollten, hängt unter anderem von Art und Dauer der Belastung sowie von Ihrer individuellen Therapie ab. Besprechen Sie deshalb vorab mit Ihrem Diabetes-Team, wie Sie bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten am besten vorgehen.
- Wer bei der Arbeit Sicherheitsschuhe tragen muss und ein erhöhtes Risiko für Fußprobleme hat, sollte besonders auf eine gute Passform und die Vermeidung von Druckstellen achten.
Tipp 2: Planen Sie mit der richtigen Ernährung.
- Planen Sie Mahlzeiten und gegebenenfalls Snacks so, dass sie zu Ihrem Arbeitsalltag und Ihrer Diabetes-Therapie passen.
- Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten zu Hause vor, um sie mit ins Büro zu nehmen. Wenn Sie Ihre Insulindosis an die Kohlenhydratmenge anpassen, können Sie so die Kohlenhydratmenge bereits im Vorfeld besser einschätzen.
- Nutzen Sie Ihre Mahlzeit möglichst für eine bewusste Pause und essen Sie, wenn möglich, nicht unmittelbar am Arbeitsplatz.
- Wenn bei Ihrer Therapie ein Risiko für Unterzuckerungen besteht, sollten Sie schnell verfügbare Kohlenhydrate wie Traubenzucker oder ein zuckerhaltiges Getränk dabeihaben, zum Beispiel für den Fall, dass ein Termin länger dauert als geplant.
Tipp 3: Strukturieren Sie sich und Ihren Arbeitsplatz.
- Entlarven Sie Stressfaktoren in Ihrem Arbeitsalltag und überlegen Sie, wie Sie diese reduzieren können.
- Stellen Sie sich auf Veränderungen im Tagesablauf ein, beispielsweise Schichtarbeit. Besprechen Sie mit Ihrem/Ihrer Diabetolog*in, wie Sie Ihre Insulindosis oder Medikation gegebenenfalls anpassen können. Besprechen Sie auch, wie Sie auf plötzliche Änderungen reagieren sollen, zum Beispiel, wenn eine Mahlzeit aufgrund eines Termins ausfällt oder Sie Überstunden machen müssen.
- Auch geeignete Bedingungen am Arbeitsplatz können das Diabetesmanagement erleichtern. Dazu gehören beispielsweise ausreichend Zeit für Glukosekontrollen, Mahlzeiten oder notwendige Arzttermine. Bei besonderen Anforderungen am Arbeitsplatz kann zusätzlich eine arbeitsmedizinische Beratung sinnvoll sein.
Quelle:
DDG-Pressemitteilung vom 17. Februar 2026: https://www.ddg.info/presse/2026/ddg-fordert-faire-chancen-im-beruf-fue…