Wie ernähre ich mich richtig bei Diabetes – alles möglich?

Expertenchat mit Michaela Berger

Am 8. März 2018 findet der Experten-Chat zum Thema "Wie ernähre ich mich richtig bei Diabetes – alles möglich?" mit Diabetesberaterin Michaela Berger statt. Die Fragen beantwortet die Expertin live zwischen 17 und 19 Uhr.

Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Ernährung mit Diabetes

Lauren fragt: 

Ich habe Diabetes Typ 1 und habe angefangen mich an allgemeine Ernährungsempfehlungen zu halten. Ich bin aber immer noch unsicher inwiefern sich das positiv auf die Zuckerwerte, Wohlbefinden, den krankheitsverlauf auswirkt. Denn es gibt ja diesbezüglich keine Langzeit-Erkenntnisse oder wissen Sie da mehr? Ich habe nix dazu gefunden. Klar sagt man immer man solle viel gemüse und Vollkorn etc. essen. Doch jetzt gibt es ja auch wieder so einen US-Guru, der Gemüse infrage stellt udn behauptet, das wäre wegen der Lektine im Gemüse schädlich und führe zu Erkrankungen. Was halten Sie davon?

Viele Grüße Lauren H.

Michaela Berger antwortet: 
Hallo Lauren,
Zur richtigen Ernährung bei Diabetes halten sich viele Vorurteile hartnäckig. Die wichtigste Nachricht deshalb zuerst: Menschen mit Diabetes können prinzipiell alles essen. Zucker ist nicht tabu, auch spezielle Lebensmittel sind nicht nötig. Das frühere Etikett "Für Diabetiker geeignet" auf Lebensmittelpackungen gibt es nicht mehr. Für Patienten gelten im Großen und Ganzen die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für Gesunde.
Z.B. Obst und Gemüse, sie stecken voller gesunder Inhaltsstoffe und sind dabei relativ kalorienarm. Fünf Portionen täglich werden empfohlen, darunter zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse. Eine Portion entspricht etwa einer Handvoll.
Ich berate realistisch und empfehle täglich 2 Handstücke Obst und 3x 2 Hände  Gemüse. In der Gemüsevielfalt berechne ich den Mais.
MfG
M.Berger
 
P.S.:
Ich setze noch nach:
Rote Beete und Süß Mais haben einen mittleren Glykämischen Index, grüne Bohnen, Erbsen, Linsen, Sojabohnen und Mohrrüben einen niedrigen Glykämischen Index, was bedeutet, dass insbesondere die letztgenannten für Menschen mit Diabetes gut bekömmlich sind.
MfG
M.Berger

Betreff: Ernährung mit Diabetes

Kalia fragt: 

Hallo ich spritze nun seit ca 4 Wochen Lantus . Habe Probleme mit dem Essen: 2 Vollkorn-Brötchen mit Käse. Habe idann einen BZ mittags von 85-130. Mittags Kartoffeln, bzw. Nudeln mit ca. 2-4 BE. habe abends dann BZ von 130-150. Zum Abend gibt es 2 Scheiben Brot. Morgens habe ich dann aber einen BZ von 160 und ich spritze abends schon 20Einheiten Lamtus. Woran kann das liegen und was kann ich tun? LG Kalia

Michaela Berger antwortet: 
Hallo Kalia,
Das Insulin Lantus gibt dem Körper die Struktur , um den Zuckerstoffwechsel  stabil zu halten. Jedoch ist Lantus kein Mahlzeiteninsulin und kann somit nach den erfolgten Mahlzeiten nicht die gewünschten BZ anzeigen.
Mit Lantus sind sicher Ihre Nüchtern-BZ besser geworden.Bei einer Mahlzeit mit Nudeln, Pasta oder Reis, darf ich Ihnen nur Bewegung empfehlen, ca. 1 Stunde laufen.
MfG
M.Berger

Betreff: Ernährung mit Diabetes

Jonathan H. fragt: 

Guten Tag!

Ich habe Typ 2 Diabetes und messe seit ungefähr 2 Wochen den BZ. Seitdem mache ich diabetesgerechte Diät, die angeblich den Zucker senken soll. Meine Nahrung (täglich) bestegt derzeit aus: 1 Apfel, 1 Birne, 3 Mandarinen, 5/6 Tomaten m. Salz, Gemüse (gekochtes Gemüse), Fleisch. Brot nur dann, wenn ich panieren muss. Ich würze mit Salz, Pfeffer und Chili. - Zwischenzeitlich hatte ich auch gesalzene Cashewnüsse gegessen (angeblich darf man ja!). Ich gebe zu, dass ich die letzten Tage, nachmittags, etwas Räucherlachs gegessen und "gesündigt" habe. Zugegeben auch, dass ich 1 Tag Bitter Lemon mit Zucker getrunken habe (1/1 Flasche, verteilt auf mehrere Tage), ebenso hatte ich 1 Tag eine Pizza Margharita. Das aber war es an Sündenfällen. Nehme derzeit 1 Metformin 1000, 1 Enalaperil 5, 2 Janumet 50, 1 Glimeprid 2, B1isoprolol 5, 1 Simva 40. Seit dem spielen meine Zuckerwerte morgens Achterbahn, allerdings scheinbar derzeit die steigende Strecke. Vor meinen "Sündenfällen" war der beste Morgenwert 159, jetzt danach, obgleich ich mich seit dem nur diabetesgerecht ohne Sündenfall ernähre, spielt der Wert verrückt und lag soeben bei 192. Was kann ich jetzt tun, um diese Werte zu senken?

Viele Grüße Jonathan Hannerck

Michaela Berger antwortet: 
Hallo Jonathan,
gern möchte ich Ihnen helfen.
Bei der Anzahl der von Ihnen angegebenen Tabletten wurde mir etwas schwindelig. Ich bitte Sie dringend einen/Ihren Diabetologen auf zu suchen. Nach längerer Zeit der Tabletteneinnahme möchte Ihre Bauchspeicheldrüse das nicht mehr.
Ihnen fehlt nun Insulin, der Schlüssel für ein gutes Leben. Wir sprechen heute nicht mehr von Sünden innerhalb der Ernährung, (fast) alles ist erlaubtAllerdings reichen 2 Handstücke Obst am Tag, denn der aufgenommene Fruchtzucker, erhöht uns auch den Blutzucker.
Zu Bitter Lemon sage ich nein. Pizza , nur wenn sie anschließend  2 Stunden  laufen. Bei allem ist es immer eine Frage der Menge.
MfG
M.Berger

Betreff: Ernährung mit Diabetes

Karola fragt: 

Liebe Frau Berger,

ich habe seit etwa einem Monat die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes. Im Zuge meiner Schwangerschaft wurde ich auch gleich mit Insulin eingestellt. Mir geht es jetzt um so vieles besser. Gerade wenn man sich die Sympthome immer gut wegerklären konnte kann man sich garnicht mehr vorstellen das sie wirklich verschwinden können. Man lebt halt einfach damit. Wo ich gerade etwas scheitere ist die Ernährung. Mal esse ich Vollkost und wenig und die Werte schießen einfach nur. Am nächsten Tag schlemme ich unterwegs mal beim B Bäcker und die Werte könnten nicht besser sein. Mir wurde gesagt, dass die Maßnahmen wie Ernährungsumstellung überwiegend helfen (gerade Typ 2 der durch Übergewicht ausgelöst wurde), aber keine Garantie für gute Werte sind. Oft wisse man nicht warum Werte "untypisch" reagieren. Kann man das allgemein wirklich so sagen oder kommen die besseren stabilen Werte mit der Gewöhnung (hab davor schon gesund und ausgewogen gelebt, daher kommt es mir noch spanischer vor) Und dann sehe ich nicht mit den biologischen Reaktionen durch. Es wird gesagt, dass bei unbehandelten Diabetes 2 das Körpergewicht zunimmt, da der Bluzucker nicht von den Rezeptoren aufgenommen werden kann (keine Verarbeitung) und sich somit einfach im Körper anlagert . Aber wenn man Insulin bekommt hindert dieses doch die Fettzellen daran sich zu öffnen und ihre Energie freizugeben bzw. fördert es die Einlagerung von Energie in Form von Fettzellen. Heißt das jetzt, egal ob Diabetes behandelt oder nicht, das mein Stoffwechsel und die damit verbundene Fettverbrennung nicht optimal funktioniert? Fragen über Fragen. Ich hoffe, Soe haben einen Rat für mich!

Beste Grüße Karola

Michaela Berger antwortet: 
Hallo Karola,
Eine vielseitige Ernährung sichert eine optimale Nährstoffversorgung. Schwangere haben im Allgemeinen einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen wie Folsäure, Kalzium und Eisen. Ein bunter Speisezettel mit ausreichend Obst und Gemüse, Vollkorn- und fettarmen Milchprodukten, sowie magerem Fleisch und Fisch bildet die Basis dafür. Um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden, sollten nicht zu große Portionen auf einmal verzehrt werden.
Jeder Tag zeigt sich in anderer Form, der Besuch beim Bäcker gefällt, dann ist auch Ihre Stimmung gut. Dazu kommt, Backwaren mit mehr oder weniger Fett, erzielen meist einen nicht so hohen BZ, haben aber unnötige Kalorien.
Auch Vollkornbrot ist nicht zuckerfrei, wir denken es manchmal, aber leider…
Ich empfehle gern Roggensaftbrot, es ist gut zu berechnen.
Nun zum Thema „Insulin“
Das Hormon Insulin wird von speziellen Zellen der Bauchspeicheldrüse hergestellt, den sogenannten Inselzellen.
Dieses Hormon reguliert in erster Linie den Blutzuckerspiegel.
Wegen dieser Aufgabe ist Insulin in den letzten Jahren als Dickmacher-Hormon sehr bekannt geworden. Von vielen Abnehmwilligen wird es aufgrund der schlechten Presse besonders gefürchtet.
Doch in erster Linie ist Insulin ein lebenswichtiges Hormon, das eine wichtige Aufgabe im Stoffwechsel hat.
Wenn man eine Mahlzeit mit vielen Kohlenhydraten gegessen hat, steigt der Zuckerspiegel im Blut deutlich an.
Das Blut kann mit dem vielen Zucker nicht viel anfangen, es wird davon zähflüssig und kann schlechter fließen.
Doch die Zellen des Körpers, allen voran das Gehirn, sind regelrecht gierig auf den Zucker, der im Blut vorhanden ist.
Jetzt ist der Moment für das Insulin gekommen. Sobald der Körper merkt, dass der Blutzuckerspiegel angestiegen ist, wird von der Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin produziert und ans Blut abgegeben.
Das Insulin findet auf seinem Weg durch den Körper passende  Rezeptoren an Muskelzellen, Leberzellen und Fettzellen. An diesen Rezeptoren dockt das Insulin an.
Dort verkünden es die Botschaft, dass viel Blutzucker vorhanden ist und dass sich die Zellen daran bedienen sollen, um die überschüssige Energie einzulagern.
Die Leberzellen und Muskelzellen nehmen den Zucker auf und bauen daraus den Kurzzeitspeicher Glykogen .
Wenn noch mehr Zucker im Blut vorhanden ist, verwandeln die Fettzellen den Zucker in Fett und lagern ihn als Vorrat ein.
Außerdem wird die Fettzelle, an deren Rezeptor das Insulin sitzt, für drei bis sechs Stunden blockiert, sodass sie kein Fett ans Blut abgibt. Schließlich macht es keinen Sinn, wenn man zuerst Vorräte einlagert, die man sofort wieder auslagert.
Soweit sind die Wirkungen des Insulins sehr nützlich und haben sich  lang bewährt.
Doch in heutigen Zeiten mit Kohlenhydrat-Überfluss und Übergewicht wird das Insulin zum Erfüllungsgehilfen des Fettpolster-Wachstums.
Durch die vorübergehende Blockade des Fettabbaus verhindert zu viel Insulin außerdem das Abnehmen.
Anders als oft behauptet wird, wird der Fettabbau durch das Insulin jedoch nicht komplett blockiert, sondern nur zu etwa einem Drittel.
Insulin wird nicht ausschließlich durch Zucker im Blut ausgeschüttet, sondern auch, wenn man viel Proteine und Fette gegessen hat. Diese Reaktion des Insulins spielt jedoch eher eine untergeordnete Rolle.
Die heutige Überernährung hat zur Folge, dass die Funktionsweise des Insulins und der Bauchspeicheldrüse bei vielen Menschen gestört ist.
MfG
M.Berger

Betreff: Ernährung mit Diabetes

Thomas fragt: 

Sehr geehrte Frau Berger,

ich melde mich im Namen meiner Frau. Sie hat seit der Scxhwangerschaft Typ 1 Diabetes. Ihre Bauchspeicheldrüse funktionierrt aber etweas und sie kommt um das Spritzen herum.. Vieles ist aber Ernährungssache und auch Entbehrungssache. Wenn man Ernährungsbücher für den Typ 1 sucht sind diese meist nur auf Diabetiker ausgerichtet, welche schon spritzen müssen. Ich finde auch keine Bücher mit Gerichten, die hier mal Kochalternativen aufzeigen, da ja die Ernährung stark eingeschränkt ist. Deshalb mal die Frage, wo man Bücher für Typ 1 er finden kann, die noch nicht spritzzen. Gibt es das oder gelten die Bücher für "Spritzer" genauso wie für "Nicht-Spritzer"?

MfG Thomas

Michaela Berger antwortet: 
Hallo Thomas,
 Äußerst selten kommt der Autoimmunprozess zum Stehen, und eine Restsekretion körpereigenen Insulins bleibt erhalten.
 Das bedeutet, dass sich das Risiko für das Auftreten von Folgeerkrankungen und schweren Stoffwechselentgleisungen etwas verringert.
Inzwischen  haben sich die Zeiten geändert, es gibt keine besonderen Vorschriften zum Ernährungsalltag für Menschen mit Typ 1 , ohne Insulin.
Ich gehe davon aus, dass Ihre Frau bereits eine Ernährungsberatung erhielt. Also eher Nahrung mit geringem glykämischen Index, Gemüse, 2 Stück Obst und Kohlenhydrate aus Roggen, Hafer und Dinkel.
Hier sind 5-6 kleine Mahlzeiten eher angebracht, als 3 große Portionen.
Zur Einschätzung der Menge empfehle ich gern „Kalorien mundgerecht“ vom „Umschau Verlag“, oder Sie schauen in den „Kirchheim-Verlag“, oder Urban & Fischer Verlag nach Angeboten.
MfG
M.Berger

Betreff: Ernährung mit Diabetes

Jaqueline fragt: 

Liebe Frau Berger,

ich habe eine Frage zur Ernährung. Mein Arzt fragte mich bei der letzten Untersuchung wegen chronischen Bauchschmerzen ob Krankheiten in der Familie aufgetreten sind. Ich teilte ihr mit, dass mein Großvater schon in jungen Jahren an Diabetes litt. Daraufhin sagte die Ärztin, ich solle mit den Kohlehydraten in meiner Ernährung achtsam sein. Leider habe ich damals nicht weiter nachgefragt, denn einige Dinge sind mir nicht klar: Meint sie damit, ich solle allgemein darauf achten, wenig bis gar keine KH zu mir zu nehmen? Oder geht es explizit um KH, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen, also Zucker, Weißmehlprodukte u.ä. Ist es als erblich vorbelastete Person überhaupt möglich, so einen Diabetes Typ 1 nur mit Ernährung zu verhindern bzw. kann man das damit verzögern/verbessern? Danke für Ihre Hilfe.

Gruß Jaqueline

Michaela Berger antwortet: 
Hallo Jaqueline,
Für die Prävention von Typ-1-Diabetes ist entscheidend, Therapieformen zu etablieren, die sich an der individuellen Krankheitsentwicklung orientieren.
Dazu gibt es drei denkbare Strategien:
  • die Betazell-Masse vor Zerstörung schützen,
  • Inselautoimmunität verhindern bzw. kontrollieren und
  • die Beta-Zell-Regeneration fördern.
Das gegenwärtige Spektrum an präventiven Behandlungsstrategien ist vielfältig und umfasst neben vorwiegend immuntherapeutischen Ansätzen auch entzündungshemmende Therapien sowie die gezielte Beeinflussung von Umweltfaktoren. Immuntherapien sollen körpereigene regulative Immunantworten stärken und zerstörerische Immunantworten unterdrücken. Ziel ist es, eine Immuntoleranz gegenüber Bestandteilen (Antigenen) der Beta-Zellen wiederherzustellen. Dazu gibt es derzeit zwei alternative Therapieansätze die Antigen-unspezifische Immunsuppression und die Antigen-spezifische Immunmodulation (Impfung). 
(siehe Diabetesinformationsdienst München / Helmholtz Zentrum München / Deutsches Zentrum für Diabetesforschung)
Beim Typ-1-Diabetes sind genetische Faktoren weniger entscheidend. Erblich ist nur die Bereitschaft des Immunsystems, auf einen bisher nicht näher bekannten Auslöser mit der Zerstörung der Insulin produzierenden Inselzellen zu reagieren.
Meine Empfehlung : Übergewicht vermeiden, gesunde abwechslungsreiche Kost  und viel Bewegung, so hat der Diabetes mellitus kaum eine Chance.
MfG
M.Berger

Betreff: Ernährung mit Diabetes

Lorena fragt: 

Meine beste Freundin hat Diabetes Typ 1 und liegt deswegen im Krankenhaus und muss nun auch abnehmen. Es ist so dass sie bisher nicht auf den Diabetes sehr gut geachtet hat. Sie hat seit sie 2 Jahre alt ist Diabetes und ist jetzt 25! Ich informier mich gerade über Diabetes und werde mich Morgen auch mal kundig machen über eine Diabetes-Schulung für Angehörige. Nur muss bis sie aus dem Krankenhaus raus ist eine Ernährungs Umstellung her. Dazu habe ich ein paar Fragen und hoffe, sie können mich aufklären. - Was für ein Obst ist gut für Diabetiker? Weintrauben sollen ja sehr schlecht sein - Welcher Zuckerersatz ist zu Empfehlen ausser Süßstoff? (z.B. zum backen) - Was kann man als Süßigkeiten Ersatz nehmen? - Lohnt sich ein Diabetiker Kochboch? Oder reicht "normales" Kochen(Sie hat das ganz neue sehr schnell wirkendes Insulin)? - Was sollte man aufjedenfall vermeiden? - Gibt es Sportarten die man meiden sollte? - Trinken - Was sollte man da nehmen? Nur Wasser ist ja nicht so toll, was kann man als gelegentlichen Drink nehmen?(Apfelschorle?) - Was ist beim Frühstück zuempfehlen? Ist da Müsli(Haferflocken) ok?(Auch hier Thema Früchte) Heute habe ich zudem den Tipp bekommen anstatt ein Sahnejoghurt Natur Joghurt mit Marmelade mischen. Und eine letzte zusätzliche Frage: Sie war in letzter Zeit immer sehr Müde und hat viel geschlafen. Kann das von den hohen Werten kommen?(Sie hatte immer 300-500)

Vielen dank und herzliche Grüße Lorena

Michaela Berger antwortet: 
Hallo Lorena.
Ich helfe sehr gern. Ja, bei so hohen Blutzuckerwerten ist man müde , lustlos, abgespannt.
Ihre Freundin kann ohne jegliche Verbote leben, wenn sie gewisse Dinge beachtet.
Sie muss wieder lernen, wieviel Gramm wovon entsprechen einer KHE, oder BE.(Kohlenhydrateinheit oder Berechnungseinheit)
Alle Obstsorten können verzehrt werden, ich empfehle zwei Handstücke pro Tag, denn der enthaltene Fruchtzucker, erhöht auch den BZ.
Nein, bitte nicht mit Süßstoff backen oder kochen, sondern mit der Hälfte des angegeben Zuckers im Rezept. 12 Gramm Zucker entsprechen einer BE . Zum Süßen im Tee oder Kaffee , wenn es sein muss, eine Tbl.
Nein, bitte kein Extra-Kochbuch, alles ist erlaubt, wenn die Berechnung erfolgt.
Ich würde etwas vorsichtig im Umgang mit Süßigkeiten sein, keinen puren Zucker oder Traubenzucker, einfach so, außer man erkennt eine Unterzuckerung!
Honig, Konfitüre, Marmelade, Sirup- erhöhen sofort den Zucker und können-müssen mit Insulin in der entsprechenden Menge abgedeckt werden.
Trinken, sehr wichtig. Mineralwasser mit einer Scheibe Zitrone, oder 1 Scheibe Orange, Kiwi und mit Ingwer aufpeppen. Alle Teesorten-Früchte sind angenehm .
Obstsäfte, Nektare, Sprite, Ginger Ale , Bitter Lemon, sind wegen des hohen Zuckergehaltes nicht zu empfehlen. Bei Apfelschorle müssen wir den Apfelsaft auch berechnen. Bei Fertigprodukten finden Sie die Berechnung der Kohlenhydrate auf der Analyse.
Zum Frühstück, ein Müsli aus 24 Gramm Haferflocken, 150g Orange und 2 Walnüssen, gut mit 3 Broteinheiten.
Bei Übergewicht, empfehle ich keinen Sahnejoghurt, eher 150 g Natur, fettreduziert mit 0,5 BE.
 
MfG
M.Berger

Betreff: Ernährung mit Diabetes

Roland fragt: 

Meine Ärztin hat mir mitgeteilt, dass meine Zuckerwerte nicht gerade niedrig sind und ich folglich gefährdet bin, Diabetes zu bekommen. Nun möchte ich mich natürlich entsprechend verhalten, um das nicht noch zu fördern. Daher meine Frage, was sollte ich bei der Ernährung beachten- Mahlzeiten, Alkohol, Süßigkeiten? Muss ich jetzt auf alles "ungesunde" verzichten oder kann ich mir auch mal was erlauben? Und wenn ja, wie oft ohne dass ich mich gefährde. Einmal die Woche ein Bier? Ich bin etwas ratlos, da ich ja auch nicht völlig auf alles verzichten mag udn ich immer wieder lese, dass Diabetiker auch mal Alkohol, Süßigleiten etc. konsumieren dürfen. Aber wie oft und wie viel ist mir einfach noch nicht klar!

Danke und Grüße Roland

Michaela Berger antwortet: 
Hallo Roland,
Die Chancen zur Vorbeugung (Prävention) des Typ-2-Diabetes sind gut. Durch eine konsequente Umstellung der Lebensweise mit bewusster Ernährung, Gewichtsabnahme und Bewegung kann die Entstehung des Diabetes verhindert oder zumindest stark verzögert werden. Es ist dabei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung unsere Lebensgewohnheiten schon von klein an nachhaltig zu ändern.
Eine Primärprävention soll bereits in der prädiabetischen Phase (bevor sich die Erkrankung überhaupt ausbricht) verhindern, dass die Körperzellen gegen das körpereigene Insulin resistent werden und eine Störung der Insulinabgabe aus der Bauchspeicheldrüse auftritt. Das Ziel ist folglich, einem Auftreten des Typ-2-Diabetes entgegenzuwirken.
Ausgesprochen positiv hat sich ein Gewichtsverlust um 5 % des Körpergewichts ausgewirkt.
Bitte alles in Maßen, sicherlich auch am Wochenende ein bis 2 Bier möglich.
MfG
M.Berger

Betreff: Ernährung mit Diabetes

Monika fragt: 

Hallo,

ich habe Diabetes Typ II und werde momentan mit Tabletten und Basalinsulin (Lantus) behandelt. Das klappt auch ganz gut. Meist bin ich unter 100 nüchtern und meist nicht über 120 zwei Stunden nach der Mahlzeit. Nur ist letzteres ja ein Zeitpunkt, an dem der Blutzuckeranstieg durch die Mahlzeit schon wieder abgeklungen sein soll. Meine Frage ist: wie lange nach einer Mahlzeit mit reichlich Kohlehydraten und eher hohem glyämischen Index ist in der Regel die Spitze des Blutzuckeranstiegs erreicht, und wie hoch sollte der dann erreichte Wert höchstens sein?

Danke für einen Tipp und freundliche Grüße Moni

Michaela Berger antwortet: 
Hallo Monika,
Postprandial bedeutet "nach dem Essen" (lateinisch: post = nach, prandium = das Essen). Der ein bis zwei Stunden nach dem Essen gemessene Blutzuckerwert zeigt, wie stark die Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel in die Höhe getrieben haben. Idealerweise sollte er niedriger als 145 mg/dl (8 mmol/l) sein. Bei höheren Werten muss gegebenenfalls die Insulin- oder Tablettendosis angepasst werden. Manchmal genügt es auch, den Kohlenhydratgehalt der Mahlzeiten zu verringern und Kohlenhydrate zu meiden, die sehr schnell ins Blut gehen (etwa Weißbrot, Marmelade). In Einzelfällen kann der Arzt einen Wirkstoff verschreiben, der die Aufnahme von Zucker ins Blut verzögert.
Nach drei Stunden sinkt der Blutzucker und nach 4 Stunden sollte er den gemessenen  Wert vor der Mahlzeit wieder erreicht haben.
MfG
M.Berger