Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder?

Expertenchat mit Diabetesberaterin Michaela Berger

Am 17. Oktober 2018 findet der Experten-Chat zum Thema "Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder? " mit Diabetesberaterin Michaela Berger statt. Sie beantwortet Ihre Fragen live am Mittwoch zwischen 17:00 und 19:00 Uhr.

Protokoll der Sprechstunde

Betreff: Ernährungsfrage!

Uwe-Michael K. fragt: 

Hallo, ich habe vor einiger Zeit etwas davon gelesen, dass bestimmter Quark nicht in die Kohlenhydratberechnung fällt. Können Sie mir weiter helfen, was damit gemeint war? MfG Uwe-Michael K.

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Uwe-Michael, 

obwohl Kohlenhydrate überwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln (z.B. Getreide, Obst, Zucker) vorkommen, müssen zum Teil auch Milch und Milchprodukte berechnet werden. Dazu zählen Joghurt, Dickmilch, Kefir und Buttermilch, während Käse und Quark unberücksichtigt bleibt, da der Milchzucker größtenteils abgebaut ist.
Probieren geht über alles, ich berechne für 250 Gramm Quark 1 BE/KHE.

MfG
M.Berger

Betreff: Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder?

Annegret fragt: 

Ich habe mal eine ganz doofe Frage: ich bin Greenhorn im Diabetes-Land (habe seit Sommer Diabetes Typ 2) und nasche natürlich gerne – wie sicherlich 99 Prozent der Bevölkerung... Jetzt weiß man ja mit Diabetes ist das nicht so toll und ich versuche es ja auch sehr einzuschränken – meist nur am Wochenende mal abends zum Fernsehen. Aber gibt es denn da mal eine „Richtlinie“ wie viel ok ist ohne dass man seinen Langzeitwert überstrapaziert etc. ich will ja auch nicht, dass der Diabetes schlimmer wird bzw. ich irgendwann spritzen muss… Viele Grüße Anni

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Annegret, 

laut der DGE ist auf einem ausgeglichenen Ernährungsplan ein Extra in Form eines Snacks, Süßigkeiten oder Alkohol erlaubt. Wer abnehmen will, sollte es also pro Tag bei einem kleinen Stück Küchen, einer kleinen Handvoll Süßes oder Knabbereien oder einem Glas Wein oder Bier belassen und dieses Extra bewusst genießen. "Dabei ist die Wochenbilanz entscheidend. Wer also an einem Tag mehrere Extras zu sich nimmt, sollte an einem anderen darauf verzichten. Abnehmwillige, die tagsüber "gesündigt" haben, können das auch abends wieder ausgleichen, indem sie anstatt Nudeln nur einen Salat essen.

MfG
M.Berger

Betreff: Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder?

Rosalinde S. fragt: 

Sehr geehrte Frau Berger, Ich habe seit etwa 10 Jahren Diabetes typ II Ernährungsumstellung und Bewegung haben dafür gesorgt, dass es mir eigentlich ganz gut geht. Zur Zeit nehme ich morgens und Abends je 1/2 Tablette (1000) Metformin. BZ ca. 90-955 HbA1c : 6,0 Ich habe in letzter Zeit aber Folgendes: Wenn ich etwas "süßes" esse oder trinke, ein Bonbon lutsche, krampfen sich direkt danach alle 10 Zehen in den Füßen zusammen. Es ist so, dass es vom Mund direkt in die Zehen "herunterrutscht". Ich war deshalb schon beim Neurologen, der aber nichts „gefunden“ hat. Können Sie mir sagen, was das sein kann? Habe ich ein diabetisches Fußsyndrom? Das hätte der Neurologe aber doch erkannt?! Danke für einen Hinweis. Gruß Rosalinde S.

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Frau S.,

Diabetes mellitus kann zu zahlreichen Folgekrankheiten führen. Sie sind das Ergebnis von Schäden der kleinen und großen Arterien (Mikro- beziehungsweise Makroangiopathie) und häufig auch der Nerven. Die Wahrscheinlichkeit, diabetesbedingte Folgekrankheiten zu entwickeln, ist schon im Vorstadium des Diabetes (Prädiabetes) erhöht. Deshalb ist es wichtig, Diabetes rechtzeitig zu erkennen und bestmöglich zu behandeln.

Ich könnte mir vorstellen, dass Sie sehr sensibel reagieren, denn Ihr Körper möchte die Süßigkeit ablehnen, aber der Kopf denkt nicht immer mit.

MfG

M.Berger

Betreff: Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder?

Renate S. fragt: 

Liebe Frau Berger, meine Tochter ist 7 Jahre alt und hat Diabetes typ 1. Sie ist nun von einer Schulfreundin auf eine Halloween Party eingeladen worden. Die Kids sind dann auch mal unterwegs um an die Türen zu klopfen mit dem Spruch: „Süßes oder es gibt Saures“. Weil sie oft dazu neigt, dass ihre BZ Werte entgleisen habe ich nun Angst, dass die Party ein großer Flop wird. Ich kann und will ihr den Spaß ja auch nicht verbieten. Wie soll ich denn damit umgehen? Auf der Party geht es ja quasi darum, so viele Süßigkeiten wie möglich anzusammeln. Sicherlich will meine Tochter wie die meisten Kids auch die Süßigkeiten gleich dort verzehren. Wie gehe ich damit um? MfG Renate Schäfer

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Frau Schäfer, 

ja eine sehr schwierige Frage, die ich gut nach vollziehen kann.

Wenn Ihr Kind weiß, wie viele Süßigkeiten einer BE/KHE  entsprechen, dann ist der Schaden in Grenzen zu halten.
2 Streifen Kaugummi, sind 0,5BE, 1 Riegel Kinder Country  entspricht 1 BE. Wir haben immer gesagt, 4x 1Teil, mehr geht nicht. Wir bieten noch heute zu Halloween gern kleine Äpfel, überhaupt etwas Obst, nur so viel wie in kleine Hände passt
Und gern aber lieber Luftballons, Flomi´s, Gel-Bälle und Trillerpfeifen (!) . Mein Sohn macht sich einen Spaß und packt saure Gurken in Butterbrot-Tüten ein. 
Das Gelächter ist der Dank dafür!

Der BZ muss nicht entgleisen, aber wir dürfen auch nicht (an so einem Tag) mit einem BZ von 100mg% rechnen.

Wir machten nach Halloween gern ein Fest für alle, die wollten und beim Topfschlagen ergaunerte jeder was er wollte.

Immer mit sehr viel Lust und Spaß dabei sein.

Mit freundlichen Halloween-Grüßen
M. Berger

Betreff: Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder?

Frage: 

Ich wollte mal nachfragen, wie ich es machen soll, wenn mein Sohn gerade schlechte BZ-Werte hat aber wir auf den Spielplatz gehen wo die anderen Kids oft was zum Naschen bekommen? Jetzt im Sommer war es wirklich oft so, dass die Kids von ihren Eltern immer mal ein Eis zum Naschen bekommen haben. Im Augenblick haben wir den BZ wieder im Griff. Haben die Dosierung so erhöht, dass jetzt Remi Teil II läuft und wir wieder täglich reduzieren müssen. Da geht es auch mal mit zwischendurch naschen aber das bleibt ja nicht so… Manche Kids sind auch echt anstrengend mit dem Naschen. Freunde von unserem Sohn kommen oft an und sagen gleich nach der Begrüßung: „Was gibt es zum Naschen“? Ich weiß dann echt nicht so recht, was ich machen soll. Man will ja auch nicht, dass Freunde der Kinder es bei uns blöd oder langweilig finden und nicht mehr kommen wollen. Ich könnte es ihnen zwar noch mal näher erklären, aber davon fänden sie es wohl auch nicht weniger "blöd". Dass unser Sohn Diabetes hat, wissen sie ja sowieso und die Lehrerin hat in der Schule auch mal grob erklärt, was das ist)… Haben Sie einen Rat? Maike

Antwort: 

Hallo Maike, 

die schwierigste Zeit für unsere Kinder, ist die von Ihnen beschriebene.

Eis essen ist noch heute immer ein Thema. 1-2 Kugeln Milcheis kann berechnet werden und dazu kann man auch die Freunde einladen. (Macht sich ganz gut) Dabei haben wir erklärt, dass die Familie auf dem Gesundheitspfad läuft.
Auch Zähne müssen gesund bleiben. In der Regel sind Kinder verständiger, als Eltern.

Wenn Ihr Sohn schlechte BZ hat, aber noch spielen möchte, bekommt er viel Wasser /Tee angeboten und den Kumpels wird erklärt, der Bauch mag heute keine Süßigkeiten, was ja auch stimmt.

Wir haben immer ein Teil Süßes pro Tag veranschlagt, alles offen nicht versteckt, letztendlich gingen alle vorbei, wollte gar keiner mehr.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind, er kann durchaus einschätzen, wie geht es ihm bei hohen BZ Werten.

Ich wünsche toi, toi.

MfG
M.Berger

Betreff: Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder?

Roland fragt: 

Haben Sie einen Tipp, was man als Diabetiker was essen kann, wenn man mal einen richtigen Heißhunger auf Süßes hat? Obst wäre ja auch schlecht wegen der Fructose – da sollte man aj auch nicht zu viel essen oder? Danke und Gruße Roland

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Roland, 

bei Heißhunger auf Süßes , empfehle ich 12Gramm Gummibärchen, 6 Stück- 1BE, langsam Stück für Stück lutschen.
Sonst helfen auch 200ml Apfelsaft pur, oder Cola- entsprechen 2BE pro Angebot.

Obst zu kauen ist immer besser, z.B. 10 Weintrauben, 1 Birne (Handgroß) 4 Bauernpflaumen, alles entspricht 1 BE.
Richtig ist die Aussage, nicht mehr als 2 Handstücke Obst am Tag. Wären dann 2BE.

Handelt es sich um eine Unterzuckerung, wäre angebracht eine BE KH in Form von Brot nach zu geben.

MfG
M.Berger

Betreff: Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder?

Sven fragt: 

Hallo Frau Berger, ich habe keinen Diabetes, habe aber folgende Beobachtung gemacht: Oft wenn ich was Süßes esse wird mir immer leicht übel. Ich ernähre mich seit fast einem halben Jahr sehr gesund, vorher war meine Ernährung eher sehr zucker- und fettlastig. Kann es sein, dass ich Anfangssynptome von Diabetes typ 2 bekomme? Ich bin im Moment bei etwa 11 Prozent körperfett und habe rund 7 Kilo abgenommen Versteckte Zucker meide ich (so gut es geht) komplett und jetzt arbeite ich an einer kompletten zuckerfreien Ernährung (im Moment Süßes nur alle paar Tage) Problem ist halt wenn ich was süßes ess habe ich meist folgende Symptome -übelkeit (nicht dass ich kotzen muss) -manchmal Appetitlosigkeit( nicht inmer mit Süßem in Zusammenhang) -vermehrtes Durstgefühl -Nach einer gewissen Zeit Heißhunger Hab vor paar Stunden etwas Schokolade gegessen (höchstens ~40g) und mir ist schlecht und ich bin appetitlos Kann es auch eine Fructose-Intoleranz sein? ich freue mich auf Ihre Antwort! Danke und freundliche Grüße Sven

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Sven,

Unverträglichkeiten bestimmen Internisten Fachrichtung Gastroenterologie.
Diese untersuchen u.a. Fruchtzucker-Unverträglichkeit.

Zucker kann die folgenden Symptome auslösen oder an deren Entstehung mit beteiligt sein: Unerklärliche Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit, Depressionen, Angstzustände, Magen- und Darmprobleme wie Völlegefühle, BlähungenDurchfall und VerstopfungHaarausfallHautkrankheitenPilzbefall,  Nervosität, SchlafstörungenKonzentrationsschwäche - bis hin zu geistiger Verwirrtheit und anderem mehr.

Bitte gehen Sie auf Ursachenforschung, wünsche viel Glück.

MfG

M.Berger

Betreff: Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder?

Kirstin L. fragt: 

Ich habe folgendes Anliegen: Ich habe einen großen Sohn mit 6 Jahren (kein Diabetes) und eine kleine Tochter mit fast 2 Jahren, die Diabetes hat. Bisher konnte ich den Zuckerkonsum der Kleinen etwas reduziert halten indem ich ihr immer „gesundes“ als Alternative zum Naschen gegeben habe. Jetzt will sie natürlich aber immer mehr das, was ihr großer Bruder so nascht. Bei ihm kann ich es naturgemäß ja nicht mehr reduzieren ohne dass er es merkt, aber er hat ja auch keinen Diabetes und ich mache mir weniger Sorgen dadurch… Meistens gibts für ihn entweder Gummibärchen, Volkornbutterkekse, Sesamstangen,Schokobons oder nee Kugel Eis. Können Sie mir einen Tipp geben, wie ich das am besten handhabe, ohne dass es für die Kleine zu viel wird? Sie versteht ihre Erkrankung ja noch nicht. Vielleicht kennen Sie ja auch etwas Süßes, das noch einigermaßen gesund ist, empfehlen? Vielleicht eine doofe Frage aber gibt es BE-freie Süßigkeiten? Danke und liebe Grüße Kirstin

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Kirstin, 

"Normales" Essen eben, und da gehören bei uns Süßigkeiten in Maßen dazu. Alles was der Bruder bekommt , darf auch die Kleine, nur empfehle ich in Maaßen. 

Ich habe auch aus ungesüßtem Fruchtsaft kleine Eis hergestellt. Unser Kind mochte sehr Erdnuss-Flips. Alles was knuspert.

Solange die Kleine noch so klein, würde ich mit dem großen Bruder reden, gleiches Recht für beide pro Tag.
Versuche alles zu erlauben, auszuprobieren und ganz locker mit dem Thema umzugehen. 

Ich kann Ihnen sehr www.diabeteskids.de empfehlen, um auch mit anderen Eltern von Geschwisterkindern zu reden.

Sicher sind Sie auch auf FB Typ 1?

MfG
M.Berger

Betreff: Halloween – Wie viel Süßes und Saures für Kinder?

Barbara F. fragt: 

Guten Tag, ich habe seit ein paar Wochen die Diagnose Diabetes typ 2. Nach einer Diät muss ich doch Metformin nehmen. Ich habe seitdem ich jedoch Diät mache und metformin nehme, immer sehr großen Heißhunger Wie ist es denn eigentlich mit dem Langzeitwert, ich messe selbst und mein Zuckerwert ist im Normbereich trotz Schokolade aber mit Metformin. Ist der HbA1c dann auch ok, wenn der tägliche BZ ok ist? Ich weiß ich darf es mit Süßem nicht übertreiben aber ab und zu ist doch mal was drin oder? Habe einen BMI von knapp 25, bewege mich aber auch jeden tag und bin eigentlich zufrieden mit dem Gewicht. Nimmt der Heißhunger auch ab, wenn ich eine zeitlang Metformin nehme? Ist es auch eine Nebenwirkung von dem Medikament? LG Barbara

Michaela Berger antwortet: 

Hallo Barbara,

Die häufigsten Nebenwirkungen von Metformin äußern sich in Magen-Darm-BeschwerdenÜbelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen gehören zu den Nebenwirkungen, die sehr häufig auftreten. Ebenfalls erwähnenswert sind Geschmacksveränderungen, die zusammen mit den erstgenannten Nebenwirkungen Appetitverlust verursachen können. Sein Vorteil liegt in der geringen Gefahr einer Unterzuckerung.

Der Heißhunger kann ein Zeichen einer stabilen Stoffwechsellage sein, ein gutes Zeichen, aber man muss daran arbeiten, denn nun gibt es mehr Gemüse, gedünstet oder roh , statt Süßem.

Generell auf Süßigkeiten müssen Sie nicht verzichten, alles in Maaßen!

Der HbA1c gibt einen Überblick , über Ihre Stoffwechsellage der vergangenen 8-12 Wochen, je nach Labor.

Ja, auch die täglich gemessenen BZ Werte gehen mit hinein.

MfG

M.-Berger