Augenbeschwerden und Diabetes

Gemalte Augen

Diabetes muss nicht „ins Auge gehen”

Ein gut eingestellter Stoffwechsel ist das A und O, um Augenerkrankungen vorzubeugen. In vielen westlichen Industrienationen ist Diabetes die häufigste Ursache für Erblindungen im Erwachsenenalter.

Bis zu 85 Prozent aller Menschen mit Typ 1 haben nach 25 Jahren Schäden der Netzhaut und bis zu 80 Prozent der Typ-2-Diabetiker bereits 15 bis 20 Jahre nach Beginn der Erkrankung. Diese entwickeln sich meist schleichend ohne merkbare Sehstörungen. So kommt es, dass Ärzte etwa bei jedem dritten Typ-2-Diabetiker bei der Diagnose bereits Schäden am Auge nachweisen.

Prävention und Therapie im Anfangsstadium

Die beste Vorbeugung gegen Folgeschäden am Auge ist:

  1. Bei Menschen mit Diabetes Typ1 steht an erster Stelle ein guter Blutzucker.
  2. Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 steht an erster Stelle eine gute Blutdruckeinstellung.
  3. Verzicht auf übermäßigen Alkoholgenuss und Rauchen
  4. Netzhautuntersuchung einmal jährlich
  5. Therapie der Fettstoffwechselstörung bei Diabetes-Typ-2

Menschen mit Diabetes müssen ihren HbA1c nicht auf Werte weit unter 7 Prozent senken. Denn keine Studie hat dafür einen zusätzlichen Nutzen ergeben. Die Blutdruckgrenze, die es einzuhalten gilt, liegt nach allen verfügbaren Daten bei 140/80 mmHg. Ein zu hoher Blutdruck drückt das Blut regelrecht aus den geschädigten Gefäßen heraus.

Früh erkannt, lassen sich Augenerkrankungen aufhalten. Der Augenarzt erkennt Aussackungen der Gefäße und kleinste Blutungen. Mindestens einmal im Jahr sollte jeder Diabetiker eine Spiegelung des Augenhintergrunds durchführen lassen.

Ursachen

  • Langfristig hohe Blutzuckerwerte schädigen die winzigen Blutgefäße in der Netzhaut (Mikroangiopathie).
  • Einblutungen in der Netzhaut durch brüchige Gefäße
  • Fette und Eiweiße aus dem Blut setzen sich im Augeninneren ab.

Augenerkrankungen

Bei Diabetikern treten Augenerkrankungen wie der grüne Star und der graue Star häufig auf. Die bei Weitem häufigste Augenerkrankung ist aber die sogenannte diabetische Retinopathie. Je länger ein Mensch zuckerkrank ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine Retinopathie zu entwickeln. Hierbei sind die kleinsten Blutgefäße in der Netzhaut geschädigt. Die Folge: Die Gefäße werden durchlässig und brüchig. Blut tritt in das umliegende Gewebe aus.

Symptome der frühen Phase der diabetischen Retinopathie

  • Augenschäden bleiben zu Beginn unbemerkt
  • Das Sehvermögen ist in der Regel noch nicht beeinträchtigt.

Symptome der fortgeschrittenen Phase der diabetischen Retinopathie

  • Das Auge bildet neue Gefäße, um die schlechte Durchblutung auszugleichen.
  • Das Sehvermögen lässt nach.
  • Die neuen Gefäße wachsen manchmal bis in die Netzhaut und den Glaskörper des Auges ein.
  • Blutungsherde entstehen, die Betroffene als schwarze Flecken wahrnehmen  ("Rußregen").
  • Fett lagert sich an den Gefäßen ab.

Therapie im fortgeschrittenen Stadium / drohende Erblindung

  • Der Goldstandard bei diabetischer Retinopathie ist die sogenannte panretinale Laserkoagulation. Mit dem Laser werden eingewachsene Blutgefäße verödet. Nebenwirkungen: Nachtblindheit, vermindertes peripheres Gesichtsfeld etc.)
  • Der Standard bei fortgeschrittener diabetischer Augenerkrankung mit drohender Netzhautablösung, blutungsbedingten Visusverlusten (Erblindung) und bestimmten Glaukomformen ist die pars plana Vitrektomie (operative Entfernung des Glaskörpers, der anschließend ersetzt wird).
  • Bei bestimmten Formen der diabetischen Makulopathie (geschädigt ist die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, die sogenanntet Makula) ist die Grid-Lasertherapie anzubieten, erreicht aber hinsichtlich des Visuserhalts nicht die Effizienz der panretinalen Laserkoagulation bei wuchernder diabetischer Retinopathie.

Quelle: Diabetes Gesundheitsbericht 2012, DDG-Praxisempfehlungen der DDG - Aktualisierte Version 2012