Grußwort zum Weltdiabetestag 2017

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Mehr als sechs Millionen Menschen sind hierzulande an Diabetes mellitus erkrankt. Der Typ1-Diabetes tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf; er beruht auf einer gegen das körpereigene Gewebe gerichteten Zerstörung der Insulin herstellenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Der Typ 2-Diabetes tritt vorwiegend im Erwachsenenalter auf; neben einer erblichen Veranlagung gehören eine ungünstige Ernährungsweise, Bewegungsmangel und damit zusammenhängendes Übergewicht zu seinen wesentlichen Risikofaktoren. Ungefähr 95 Prozent der Diabetes-Erkrankten haben einen Typ 2-Diabetes.

Wegen der weiten Verbreitung und hohen bevölkerungsmedizinischen Bedeutung von Diabetes-Erkrankungen wird derzeit mit hoher Dringlichkeit ein nationales Diabetes-Überwachung-Systems beim Robert Koch-Institut aufgebaut. Davon erhoffen wir uns eine verbesserte Entscheidungsgrundlage, um die Prävention und Versorgung des Diabetes zielgerichtet voranzutreiben. Darüber hinaus wurde die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit der Entwicklung und Durchführung einer „nationalen Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie“ zu Diabetes beauftragt; dabei sollen alle maßgeblichen Beteiligten der Diabetesbekämpfung, insbesondere die Diabetes-Verbände, eingebunden werden.

Die Stärkung der Prävention und die bestmögliche Versorgung des Diabetes ist eine gesundheitspolitische Herausforderung ersten Ranges. Sehr gerne habe ich deshalb die Schirmherrschaft über den diesjährigen Weltdiabetestag übernommen, um auf die vielfältigen Möglichkeiten der Vorbeugung und des Umgangs mit der Krankheit aufmerksam zu machen und somit den Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes bestmöglich zu unterstützen.

Das Auftreten von Typ-2-Diabetes ist durch einen ungünstigen Lebensstil mitbedingt und kann durch ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung sowie Vermeidung von Übergewicht verzögert oder sogar verhindert werden. Auch wer bereits an Diabetes erkrankt ist, kann sein Risiko für schwerwiegende Begleit- und Folgeerkrankungen des Diabetes durch eine gute Behandlung, regelmäßige Kontrollen und Lebensstilveränderungen deutlich senken.

Hier bestehen gute Versorgungsmöglichkeiten, die wir noch besser ausschöpfen müssen. Mit unserer Gesundheitspolitik und hier insbesondere mit dem Präventionsgesetz unterstützen wir deshalb die Menschen in einer bewussteren und gesünderen Lebensführung. Deshalb war und ist es unser Ziel, diesen Vorsorgegedanken bei den Menschen zu stärken. Dazu haben wir umfassende Maßnahmen mit dem Präventionsgesetz eingeleitet. So zeigen beispielsweise Kurse zur Förderung einer gesunden Ernährung, und Bewegung, aber auch zur Förderung des Nichtrauchens Wege auf, wie wir unsere Gesundheit schützen und verbessern können.

Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die Chancen, die uns die Prävention bietet, bestmöglich zum Wohle der Bevölkerung, aber auch der bereits an Diabetes erkrankten Menschen zu nutzen.

Hermann Gröhe