Alkohol

Weißwein in Glas

Wie wirkt Alkohol auf den Zuckerstoffwechsel?
Ich habe Diabetes. Muss ich auf Alkohol verzichten?
Stimmt es, dass Rotwein gut für die Gesundheit ist?

Wie wirkt Alkohol auf den Zuckerstoffwechsel? 

Normalerweise gibt die Leber (der „Zuckerspeicher“ des Körpers) ständig kleinste Mengen Zucker in die Blutbahn, damit Gehirn und Muskeln mit Energie versorgt werden. Alkohol hemmt diese Zuckerfreigabe. Wird der Diabetes mit Insulin oder oralen Antidiabetika behandelt, kann es leicht zu einer Unterzuckerung kommen. Normalerweise würde der Körper nun Glukagon in die Blutbahn freisetzen, damit übrige Zuckerreserven der Leber genutzt werden können – doch auch dieser Mechanismus wird vom Alkohol verhindert. Alkohol senkt also den Blutzuckerspiegel, wodurch es zu Unterzuckerungen kommen kann. Die Wirkung des Alkohols auf den Blutzuckerspiegel hält lange an, weshalb Unterzuckerungen durch Alkohol häufig erst im Schlaf passieren. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Ihr orales Antidiabetikum zu Unterzuckerungen führen kann.

Ich habe Diabetes. Muss ich auf Alkohol verzichten?

Nein, auch Menschen mit Diabetes dürfen Alkohol trinken. Grundsätzlich gilt für Sie dasselbe wie für stoffwechselgesunde Menschen: Frauen sollten pro Tag maximal 10 Gramm Alkohol (z.B. 125 ml Wein oder 250 ml Bier) und Männer maximal 20 g Alkohol (z.B. 250 ml Wein oder 500 ml Bier) trinken. Allerdings sollten Sie eine Unterzuckerung vermeiden, indem Sie Alkohol immer mit einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit kombinieren (also z.B. Wein mit Käse und Brot statt nur mit Käse). Bei hartem Alkohol, Wein und evtl. auch Bier gilt: Spritzen Sie sich kein zusätzliches Insulin für Alkohol, sondern nehmen Sie in diesem Fall lieber einen etwas erhöhten Blutzuckerspiegel in Kauf. Sprechen Sie mit Ihrem Diabetes-Team, ob und wie Sie zu süßen Cocktails, Glühwein und Co spritzen müssen. Bei einer akuten Unterzuckerung durch Alkohol hilft kein Glukagon mehr, sondern nur noch eine Zuckerinjektion in die Vene – lassen Sie es nicht so weit kommen! Sport ist ein zusätzlicher Risikofaktor für Unterzuckerung und ist mit Alkohol tabu!

Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen steht also dem gelegentlichen, maßvollen Alkoholkonsum auch für Sie nichts im Weg. Allerdings müssen Sie Alkohol meiden bei:

  • Schwangerschaft
  • Diabetischer Nervenschädigung
  • Erkrankungen der Leber/Bauchspeicheldrüse
  • Störungen des Fettstoffwechsels
  • Erhöhter Neigung zu Unterzuckerung

Stimmt es, dass Rotwein gut für die Gesundheit ist?

Ein mäßiger Genuss von Alkohol (125 ml Wein für Frauen, 250 ml Wein für Männer pro Tag) scheint zur Herzgesundheit beizutragen. Neuere Forschung untersucht die Frage, ob diese Wirkung nur bei Wein auftritt oder ob die Sorte des Alkohols egal ist. Das „gute“ Cholesterin (HDL-Cholesterin) wird mehr und vermindert Fett-Ablagerungen in Gefäßen, die blutverdünnende Wirkung von Alkohol schützt die Gefäße zusätzlich. Allerdings hat Alkohol ein hohes Suchtpotential und stört nicht nur den Zuckerstoffwechsel (siehe oben), sondern auch den Fettstoffwechsel, was zu Bluthochdruck führen kann. Zudem regt Alkohol den Appetit an und bringt ordentlich Energie mit (7 kcal/g). Beides kann zu Übergewicht und dem allseits bekannten „Bierbauch“ führen.

 

[Stand: April 2017, KR]

Quellen:

DIfe, „Der DIfE – DEUTSCHER DIABETES-RISIKO-TEST® (DRT)“, Mai 2014
DGE, „Mit jedem Glas Alkohol steigt das Krebsrisiko“, 02/2011 | 29. November
DGE, „Evidenzbasierte Leitlinie Kohlenhydratzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten, Version 2011“, Bonn 2011
DGE, „FAQ Energie“, https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/energie/, abgerufen am 04.05.2017
DGE, „DGE-Position Richtwerte für die Energiezufuhr aus Kohlenhydraten und Fett“, Januar 2011