Jackfrucht

Eine aufgeschnittene Jackfrucht
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Die Jackfrucht oder Jackfruit ist – zumindest auf dem deutschen Lebensmittelmarkt – ein recht junges Lebensmittel, aber im Zuge der vegetarischen und veganen Ernährungstrends wird sie immer beliebter. Mit ihr lassen sich zahlreiche, leckere Fleischgerichte in einer fleischlosen Version zubereiten. Eine lohnende Sache für Genuss und den Körper.

Es war nicht ein Pirat oder Botaniker namens Jack, der die vielseitige Frucht in Asien entdeckte. Vielmehr entstammt ihr Name dem malaysischen Wort „chakka“, was rund bedeutet. Denn Jackfrüchte sind rund und dabei die größte Baumfrucht der Welt. Bis zu 50 kg kann eine ausgewachsene Frucht auf die Waage bringen. Kein Wunder, dass die Äste der Bäume, an denen sie wachsen, sehr stabil sind. Die Heimat der Jackfrucht ist Indien und Sri Lanka. Dort gehört sie schon seit langer Zeit fest auf den Speiseplan. Denn aus ihr lassen sich pikante, als auch süße Speisen bereiten. Je nachdem wo sie kultiviert wird, umfasst ihre Erntesaison fast das ganze Jahr.  

Nicht zu verwechseln mit der Stinkfrucht  

Die 15 bis 50 kg schweren Früchte sind von einer stabilen, festen gelb-grünen und leicht stacheligen Schale ummantelt. Oft wird sie fälschlicherweise mit der „Stinkfrucht“ Durian verwechselt. Doch weder von ihrer Herkunft noch ihren Inhaltstoffen oder ihrer Verwendung sind beide vergleichbar. Zudem ist der Eigengeruch von Jackfrüchten zwar prägnant, aber nicht stinkend, wie es bei den Durian-Früchten der Fall ist.  

Werden Jackfrüchte längst aufgeschnitten, beherbergen sie faustgroße Steinfruchteinheiten mit Kernen. Junge Früchte haben zarte Kerne, die essbar sind. Die Kerne der reifen Früchte können geröstet und geknabbert werden. In Indien werden sie auch zu Mehl verarbeitet.  

Gesundes Inneres

Frische, ganze Früchte sind in den Anbaugebieten zu haben. Hierzulande gibt es Jackfrucht in Salz- oder Säure-Lake, in Sirup, getrocknet, geröstet oder tiefgekühlt in Stücke zerlegt. Ihr Eiweißgehalt ist im Vergleich zu anderen veganen Fleischalternativen verhältnismäßig niedrig. In Kombination mit Hülsenfrüchten oder auch einem Ei lässt sich der Eiweißgehalt in der Jackfruchtmahlzeit aufbessern.  

Die natürlichen Ballaststoffe der Jackfrucht sättigen angenehm und können den Blutzuckerverlauf positiv beeinflussen. Außerdem helfen sie bei der natürlichen Verdauung und sie fördern die Vielseitigkeit gesunder Darmbakterien (Mikrobiom). Mit im Jackfrucht-Nährwertpaket sind neben den energieliefernden Nährstoffen auch Vitamin A und E, Niacin und Mineralien wie Phosphor, Magnesium und Kalium.  

100 g junge Jackfrucht in Salzlake aus dem Glas oder Konserve enthält:  

21 kcal, 2 g Eiweiß, 0,5 g Fett, 2 g Kohlenhydrate, 6 g Ballaststoffe    

100 g getrocknete Jackfrucht enthält:

250 kcal, 4 g Eiweiß, 2 g Fett, 54 g Kohlenhydrate, 15 g Ballaststoffe

100 g Jackfrucht-Chips, ohne Zuckerzusatz enthalten:  

415 kcal, 5 g Eiweiß, 12 g Fett, 70 g Kohlenhydrate

100 g süß eingelegte Jackfrucht in Fruchtsaft enthält:

113 kcal, 2 g Eiweiß, 1 g Fett, 24 g Kohlenhydrate, 2 g Ballaststoffe

Faserige fleischähnliche Textur  

Von ihrer Konsistenz ist das Fruchtfleisch der Jackfrucht ähnlich wie die Textur von Rind- oder Hühnerfleisch. Unreifes Fruchtfleisch hat eine leicht faserige Konsistenz und lässt sich passiert als Alternative zu Hackfleisch verwenden. In Stücke zerteilt bietet es sich als Alternative zu Hähnchen oder Rindfleisch an, zum Beispiel als Frikassee, Ragout oder Gulasch.  

Um den leicht säuerlichen Geschmack aus dem Fruchtfleisch zu entfernen, empfiehlt es sich, die Jackfrucht-Stücke auf einem Sieb abzuwaschen und kräftig zu würzen. Auch als vegane Alternative zu Pulled Pork bietet sich Jackfrucht an. Das geschmacksneutrale Fruchtfleisch lässt sich prima mit Paprika, Pfeffer, Knoblauch und Chili würzen. Oder mild mit Muskat und etwas Curry. Sogar krosses Anbraten ist möglich, denn Jackfrüchte entwickeln in der Pfanne oder dem Wok eine knusprige Kruste.  

Auch in der süßen Geschmacksrichtung sind Jackfrüchte im Angebot: Es gibt sie ähnlich wie Kompottobst in süßer Lake mit und ohne Zuckerzusatz. Hier lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste. Denn bei Honig, Agavendicksaft, Zucker oder Kokosblütenzucker ist der blutzuckerwirksame Kohlenhydratgehalt der süßen Jackfrüchte recht hoch.  

Ideal für den Vorrat

Eine ganze, ungeöffnete Jackfrucht behält ihre Frische, wenn sie maximal rund zehn Tage bei Zimmertemperatur gelagert wird. Angeschnittene Früchte sollten Sie in einer fest verschließbaren Dose im Kühlschrank lagern und zügig verbrauchen.  

Jackfrucht in Dosen, Gläsern oder getrocknet sind sehr lange haltbar und perfekt für den Vorrat. Im Schnitt sind solche Produkte mindestens ein halbes bis ein Jahr haltbar, je nach Zusätzen und Anbieter.  

 

 Kirsten Metternich von Wolff