Oraler Glukosetoleranz-Test (OGTT)

Der orale Glukosetoleranz-Test (OGTT) prüft, inwieweit Ihr Körper Glukose verwerten kann und dient der Frühdiagnostik von Diabetes mellitus.

Für die Testung wird eine Fertiglösung aus der Apotheke eingesetzt oder eine Testlösung aus 75 g Glukose in 300 ml Wasser hergestellt. Der Testdrink muss innerhalb von 5 Minuten getrunken werden. Vor dem Trinken und zwei Stunden danach wird Blut abgenommen und der Blutzucker gemessen. Bei einem erhöhten Nüchternblutzucker (zwischen 100-125 mg/dl oder 5,6-6,9 mmol/l) liegt eine abnorme Nüchternglukose als Diabetesvorstufe vor, bei einem zu hohen Glukosewert nach 2 Stunden (140-199 mg/dl oder 7,8-11,0 mmol/l) liegt eine gestörte Glukosetoleranz vor. Beides stellt eine Vorstufe des Diabetes mellitus (Prädiabetes) dar. Bei höheren Werten besteht ein Diabetes mellitus, für einen Schwangerschaftsdiabetes gelten andere Grenzwerte.

Der OGTT sollte morgens durchgeführt werden. Folgendes ist zu beachten:

  • Sie sollten nüchtern sein, d.h. 10–16 Stunden Nahrungs-, Getränke- und Alkoholverzicht
  • Sie sollten mindestens über 3 Tage kohlenhydratreich gegessen haben (≥150 g KH pro Tag)
  • Der Test sollte im Sitzen oder Liegen durchgeführt werden (keine Muskelanstrengung)
  • Sie sollten vor oder während des Tests nicht rauchen.

Der Test soll nicht durchgeführt werden, wenn bereits ein Diabetes mellitus festgestellt wurde. 

Die meisten diabetologischen und gynäkologischen Praxen beziehen die OGTT-Fertiglösung für rund 5 Euro als 300-Milliliter-Flasche in der Apotheke. Die Fertiglösungen sind in den Praxen leichter handhabbar und die Messungen sind so weniger fehleranfällig – das ist insbesondere bei Testung auf Schwangerschaftsdiabetes ratsam. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft setzt sich dafür ein, dass die Krankenkassen OGTT-Fertiglösungen erstatten.