Start der 5. E-Mail-Aktion auf www.diabetes-stimme.de: Jeder i(s)st anders!

Menschen mit Diabetes brauchen eine individualisierte Ernährungsberatung

Ernährungsberatung
Berlin, 23.08.2021

Wie sich Menschen ernähren, beeinflusst ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden – gerade bei Menschen mit Diabetes. Die Ernährung wirkt sich direkt auf den Glukosespiegel aus, positiv oder negativ. Doch welche Lebensmittel wem guttun und in welcher Menge – das lässt sich nicht über einen Kamm scheren. Jeder Mensch i(s)st anders und reagiert anders. Daher brauchen viele Menschen mit Diabetes eine individualisierte Ernährungsberatung. Diese wichtige Säule der Therapie wird derzeit nur zu 60 bis 80 Prozent von den Krankenkassen erstattet. Das Ergebnis: Viele Betroffene können sich die Ernährungsberatung nicht leisten. Diese finanzielle Hürde muss abgeschafft werden! Die digitale Beteiligungsplattform www.diabetes-stimme.de fordert eine Kostenübernahme von 100 Prozent.

„Eine individualisierte Ernährung beugt Blutzuckerentgleisungen am besten vor. Dort möchten wir ansetzen und Menschen mit Diabetes (Typ 1 oder Typ 2) die vollständige Erstattung einer individualisierten Ernährungsberatung ermöglichen“, erklärt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, der Initiatorin der digitalen Bürgerbeteiligungsplattform diabetes-stimme.de. Derzeit ist dies eine hundertprozentige Erstattung nicht der Fall: Die Krankenkassen übernehmen gerade einmal 60 bis 80 Prozent der Kosten, die bei bis zu 400 Euro liegen können. „Für die Betroffenen stellt diese finanzielle Belastung oft eine unüberwindbare Barriere dar“, ergänzt Mattig-Fabian.

Dabei wird die Ernährungstherapie auch in der „Nationalen VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes“ explizit empfohlen, um dem Entstehen von Folgeerkrankungen des Diabetes vorzubeugen beziehungsweise hinauszuzögern. Trotz dieser Empfehlung erhalten viele Patientinnen und Patienten mit Diabetes anstelle einer individuellen Ernährungsberatung durch eine Ernährungsfachkraft lediglich allgemeine Ernährungsempfehlungen. „Auch in dem geplanten DMP Adipositas sollte eine individualisierte Ernährungsberatung expliziter Bestandteil sein, um einem Diabetes mellitus Typ 2 schon in diesem Stadium vorzubeugen“, fordert auch der Vorstandsvorsitzende vom Bundesverband der niedergelassenen Diabetologen (BVND), Dr. med. Nikolaus Scheper. 

„Lassen Sie uns gemeinsam unsere Diabetes-Stimme erheben und machen Sie mit!“, sagt auch Ümit Sahin (37), selbst von Diabetes Typ 2 betroffen. Auch er kann sich eine individualisierte Ernährungsberatung nicht leisten und fordert die Diabetes-Community zum Mitmachen auf: www.diabetes-stimme.de. 
Die E-Mail Aktion „Individualisierte Ernährungsberatung zu 100 Prozent erstatten!“ richtet sich direkt an Gesundheitsminister Jens Spahn, Professor Josef Hecken, den unparteiischen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und Dr. Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. 

www.diabetes-stimme.de ist eine Initiative der „Digitalen Allianz Typ 2“, einem Zusammenschluss von 18 Diabetesorganisationen und Fachverlagen, mit dem Ziel, möglichst viele Menschen mit Diabetes, ihre Angehörigen und Freunde, Risikopersonen und Interessierte zu motivieren, sich mit einem Klick an gesundheitspolitischen Forderungen zu beteiligen.

Sind Sie auch dieser Meinung? Dann machen Sie mit unter www.diabetes-stimme.de

Quellen:
•    https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaetetik/diabetes-mellitus/ernaehr...
•    Landgraf R et al.: Praxisempfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft: Therapie des Typ-2-Diabetes. Diabetologie 2020; 15 (Suppl 1): S65-S92
•    Ümit Sahin  (36) – regiert vom Übergewicht