Aromatisch, schnell gekocht und leicht verdaulich – das ist der Spitzkohl, die spitze Schwester des kugelrunden Weißkohls. Dabei versorgt er den Körper mit allerlei gesunden Inhaltsstoffen. Es lohnt sich, auch diese Kohlsorte öfter mal in ein leckeres Gericht zu verwandeln und zu genießen.
Spitzkohl sieht aus wie ein großer, hellgrüner Kegel aus einer Fülle an Blättern, die sich aneinanderschmiegen. Ähnlich wie Weißkohl ist er das ganze Jahr über in der Gemüseabteilung im Angebot. In seiner heimischen Hochsaison vom Frühjahr bis in den Herbst gibt es ihn oft unverpackt. Dann ist seine CO2-Bilanz besonders vorbildlich, da er keine weiten Transportwege hinter sich hat. Importierte Ware, die in der Winterzeit hierzulande im Angebot ist, wird meist in Klarsichtfolie eingewickelt angeboten.
Herkunft und Alter des zarten Spitzkohls sind nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird, dass seine Geburtsstunde in China geschlagen hat.
Gut verträglich – auch bei Neigung zu Blähungen
Wer kein Fan des intensiven Geschmacks und Geruchs von Weißkohl ist, wird Spitzkohl mögen. Denn er ist feiner, zarter und milder im Geschmack. Auch im Hinblick auf abgehende Winde und gastrointestinale Unverträglichkeiten kann er punkten. Optimal für Menschen mit Diabetes, die einen sensiblen Magen haben. Auch wenn es durch die Einnahme der Diabetes-Medikamente verstärkt zu Blähungen kommt, wird Spitzkohl meist besser vertragen als Weißkohl.
Kalorienarm und ballaststoffreich
Wie alle anderen Kohlgemüse ist Spitzkohl ein besonders kalorienarmes Gemüse. Eine 150 g-Portion, was einer kleinen Gemüsemahlzeit entspricht, liefert rund 40 kcal. Das ist eine sehr geringe Energiemenge, die nicht groß ins Gewicht fällt. Dazu gesellen sich rund 4 g Ballaststoffe, welche den täglichen Ballaststoffbedarf bereits zu 10 % decken.
Mit im Paket sind Vitalstoffe wie Kalium, Phosphor, Eisen und sogar das knochenstärkende Mineral Calcium. Aus dem Vitaminland besticht Spitzkohl durch Vitamin A und E, sowie Niacin. Und auch das Immunpower-Vitamin C ist im Kohl reichlich enthalten. Und das ist noch nicht alles: Auch sekundäre Pflanzenstoffe wie beispielsweise Senföl sind mit an Bord. Eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels ist durch den Genuss von Spitzkohl nicht zu erwarten. Kurzum: Spitzkohl ist ein leckeres und bestens geeignetes Gemüse für Menschen mit Typ 1- und auch Typ-2-Diabetes.
Einkaufs- und Lagertipps für Spitzkohl
Ganz gleich, ob unverpackt oder in Folie eingeschweißt: Die Blätter des Spitzkohles sollten grün und nicht gelblich aussehen. Knackige Blätter sind ein Zeichen für Frische. Werfen Sie einen Blick auf den Strunk: Sieht er fest und weiß aus und sind die daran haftenden Blätter elastisch, grün und knackig, darf er in den Einkaufskorb. Denn am Strunk zeigt sich sehr gut, ob der Kohl auch im Inneren frisch ist. Ebenso sollte die Spitze unbeschädigt und grün sein.
Zuhause angekommen kann der leckere Kohl direkt verarbeitet werden. Oder er wird in ein feuchtes Tuch gewickelt im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert. Hier bleibt er rund drei bis vier Tage frisch. Eingeschweißter Kohl ist bis zu einer Woche im Gemüsefach des Kühlschranks haltbar.
So wird Spitzkohl verarbeitet
Aus Spitzkohl etwas Leckeres zu zaubern, ist kein Hexenwerk. Für Gemüse, Salat, Suppen oder Aufläufe den Kohl vierteln. Dann in schmale oder breitere Streifen bis zum Stunk schneiden und in ein Sieb geben. Mit kaltem Wasser gründlich durchspülen und abtropfen lassen.
Die ganzen Blätter des Spitzkohls bieten sich auch zum Befüllen an. Zum Beispiel mit vegetarischem Hack oder auch Fleischgehacktem, gekochten Linsen oder einer Farce aus gehackten Champignons mit körnigem Frischkäse, um nur einige Beispiele zu nennen. Er ist auf jeden Fall leicht und schnell verarbeitet und bietet sich als Grundlage für zahlreiche, köstliche Gerichte an.
Einfach nur lecker: Spitzkohl-Gerichte
Dank seiner zarten Blattstruktur bietet sich Spitzkohl als besonders gut verträglicher Krautsalat an, mit einem Dressing aus etwas Salz, Pfeffer, Essig und Öl. Kommen noch ein paar Kümmelkörner dazu, wird er noch bekömmlicher, denn der Kümmel mindert mögliche Blähungen.
Lecker schmeckt Spitzkohl auch in Kombination mit gestampften Kartoffeln und frisch geriebener Muskatnuss. Oder auch als Gemüsezutat in Pasta-, Reis-, Risotto- oder Hülsenfruchtgerichten. Sie können ihn auch als Topping auf Flammkuchen nutzen oder weichgekocht und passiert als Cremesuppe. In der Gemüsepfanne passt Veggie- oder Fleisch-Hack gut dazu. Außerdem wird Spitzkohl in vielen leckeren Rezept der asiatischen Küche verwendet.
Fast von der Bildfläche verschwunden – jetzt Gemüse mit Gütesiegel
Spitzkohl ist aufgrund seiner Kegelform maschinell schwerer zu verarbeiten als Weißkohl. Deshalb gibt es wenig Fertigprodukte wie Sauerkraut oder Kohlrouladen, die aus Spitzkohl bestehen. Doch ein regionales Highlight wird nur aus Spitzkohl hergestellt: das Filderkraut oder Filderspitzkraut, eine Spezialität aus dem schwäbischen Raum. Als Wahrzeichen der südlich von Stuttgart gelegenen Filderhochebene ist er dort bekannt wie Schwäbische Maultaschen. Mittlerweile trägt Filderspitzkraut ein Gütezeichen über seine „geschützte geografische Herkunft“. Mit diesem Gütesiegel ist bestätigt, dass das Produkt mindestens eine der Produktionsstufen wie Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung im Herkunftsgebiet durchläuft. Und welche andere Kohlsorte kann so etwas schon von sich behaupten?
Ernährungswissenschaftliche Expertise: Kirsten Metternich von Wolff