Kaum ein pikantes Gericht kommt ohne sie aus. Dank ihnen lässt sich Salz beim Kochen sparen. Und der Gesundheit tun sie auch einfach nur gut. Zwiebeln sind eben zum Weinen lecker.
Zwiebeln gehören in die Top-3-Oberliga der beliebtesten Gemüsesorten Deutschlands. Jedes Jahr isst jeder Mensch hierzulande knapp 9 kg Zwiebeln. Viele Gerichte wären ohne Zwiebeln nicht das, was sie mit ihnen sind, beispielsweise Goulasch, Handkäs mit Musik oder eingelegte Heringe.
Fünftausend Jahre alt
Ihren Ursprung haben Zwiebeln in mittel- und ostasiatischen Ländern, zum Beispiel Türkei, Pakistan oder Afghanistan sowie im Iran. Dort wird sie bereits seit fünftausend Jahren angebaut und gegessen. Heute werden Zwiebeln in allen Teilen der Welt angebaut. Die heimische Hochsaison geht vom Juli bis in den Oktober. Doch Zwiebeln, ganz gleich ob gelb, weiß, rot oder grün, sind das ganze Jahr in jedem Lebensmittelgeschäft zu moderaten Preisen zu haben.
Gemüseklassiker mit unterschiedlicher Schärfe
Wer gerne Zwiebeln mag, allerdings nicht ganz so scharfe Exemplare bevorzugt, wählt am besten Gemüsezwiebeln. Sie bieten sich perfekt zum Kochen, Grillen, Braten oder Dünsten an. Außerdem lassen sie sich auch prima mit vegetarischem Hack oder Hackfleisch füllen.
Die absoluten Zwiebel-Klassiker sind gelbe Zwiebeln mit brauner oder goldgelber Schale, in der Größe eines Tennisballs. Sie sind die absoluten Allrounder, harmonieren roh in kalten und auch gekocht in warmen Gerichten.
Mild, mit leicht würzig-süßlicher Note präsentieren sich rote Zwiebeln. Sie machen sich optisch gut in Salaten, zum Beispiel als Zwiebelringe.
Weiße Zwiebeln sind besonders fein und mild im Geschmack. Sehr fein gehackt verleihen sie hellen Saucen und Suppen eine besondere Note.
Wie Mini-Birnen sehen Schalotten aus. Ihr charakteristischer Geschmack ist pikant mit leicht süßlicher Note. Sie sind die idealen Zwiebeln für pikante Saucen.
Bei Lauch- oder Frühlingszwiebeln zeigt sich, dass Zwiebeln mit Porree und Knoblauch verwandt sind. Sie eignen sich zum Garnieren von Salaten und warmen Gerichten. Wenn überhaupt, werden Lauch- oder Frühlingszwiebeln nur kurz erhitzt, da sie schnell sehr weich werden.
Kalorienarm mit gesundem Inneren
Zwiebeln gehören zu den kalorienarmen Lebensmitteln mit einer geballten Fülle an wertvollen Inhaltsstoffen für den Körper. Neben Vitamin B6, A und C bescheren sie dem Körper Mineralien sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Mit an Bord im Zwiebelinnern ist knochenstärkendes Kalzium, Kalium, Phosphor und kleine Mengen an Magnesium.
Außerdem stecken in Zwiebeln geschätzt zehntausend verschiedene, sekundäre Pflanzenstoffe. Diese haben positive Wirkungen auf die Gesundheit. Mehr noch: Ätherische Öle aus Zwiebeln wirken verdauungsfördernd und appetitanregend. Und das alles bei gerade einmal 15 kcal je 50 g, was in etwa einer golfballgroßen Zwiebel entspricht. Diese Energiemenge setzt sich aus einem halben Gramm Eiweiß, und etwa zweieinhalb Gramm Kohlenhydraten zusammen.
Auch wenn manche Sorten eine leicht mild-süßliche Note haben: Alle Zwiebelsorten sind bis zu einer Menge von 200 g pro Portion frei von anrechnungspflichtigen Kohlenhydraten.
Tipps zu Einkauf und Lagerung
Beim Zwiebelkauf sollten Sie darauf achten, dass jede der Kugeln beim Kauf frei von Makeln ist. Ebenso sollten sie nicht bereits sprießen. Wichtig ist, dass Zwiebeln keine braunen Stellen haben, sich fest und glatt anfühlen. Dann lassen sie sich auch deutlich leichter schälen als in weniger frischem Zustand.
Die Kugeln mögen es, kühl, dunkel und trocken gelagert zu werden. Falls sie im Kühlschrank liegen, dann achten Sie darauf, Milchprodukte und Desserts nichts in der Nähe zu platzieren, denn diese nehmen Zwiebelgeruch besonders leicht und schnell an.
Ohne Zwiebeln fehlt was im Kochtopf
Fisch, Fleisch, Geflügel, Gemüse, Salate, Suppen, Aufläufe, Dips, Saucen oder Dressings: Ohne Zwiebeln fehlt einfach etwas. Ob roh, nur leicht angeschwitzt, geschmort, gedünstet oder passiert – mit Zwiebeln ist alles möglich. Wer zum Beispiel seine Saucen etwas cremiger wünscht, kocht dazu einfach eine in Stücke geschnittene Gemüsezwiebel mit und passiert sie in der Flüssigkeit.
Warum muss man beim Schälen weinen?
Übeltäter für die Tränen beim Zwiebelschälen sind schwefelhaltige, ätherische Öle. Sie sind zwar für den würzigen Geschmack verantwortlich, aber auch für tränende Augen beim Schneiden. Abhilfe schafft es, Zwiebeln nach dem Schälen kurz unter fließend kaltes Wasser zu halten. Oder auch eine Brille beim Schneiden zu tragen.
Zwiebel-Kuriositäten
Sagen und Bräuche gibt es auch für Zwiebeln. Wer an Silvester einige Zwiebeln an die Haustür hängt, begrüßt damit symbolisch die Neugeburt des bevorstehenden Jahres. Auch Kinder waren früher Teil des Zwiebelbrauchs an Neujahr: Sie wurden mit einer Zwiebel, die auf den Kopf gelegt wurde, geweckt.
Kurios ist, was in China vor sich ging. Hier trennte sich eine Frau von ihrem Partner, der dabei keine Mine verzog. Irritiert und verärgert, dass er so emotionslos war, schickte die Frau dem Verflossenen einen Karton voll Zwiebeln, in der Hoffnung, dass diese ihn zum Weinen bringen.
Doch es gibt auch medizinische Dinge, bei denen Zwiebeln eine zentrale Rolle spielen. Schon im Mittelalter war bekannt, dass Zwiebeln sich positiv auf den Verlauf von Entzündungen, Rötungen und Narben auswirkten. Auch heute noch gibt es Narbenpflege, die dank Zwiebelextrakt dazu beiträgt, dass Narben besser abheilen, flach und weich bleiben.
Kirsten Metternich von Wolff